Eine sehr treffende Aussage, wie ich finde. In vielerlei Hinsicht.

Ich möchte hier mal ein YouTube-Video von einem echt coolen Song verlinken, gesungen von Rod Stewart, aber eigentlich schon aus den Dreißigern. Was Jazziges zum Chillen, wenn’s z. B. (wie wohl in den nächsten Tagen wieder) draußen regnet und man es sich mit seinem Schatz daheim gemütlich macht.

Bitteschön!

Die mediale Berichterstattung über ADHS ist nicht immer ausgewogen und fachlich korrekt. Ich schrieb schon einmal über eine derartige Sendung der Reihe “Quarks & Co.”.

Eine kürzlich auf EinsPlus gesendete Talkshow, die sich mit dem Thema ADHS speziell bei Erwachsenen befasst, kann ich allerdings nur empfehlen. Sehr sachlich wurde über die Probleme, aber auch die positiven Seiten von ADHS berichtet, mit denen sich Betroffene und ihre Angehörigen auseinandersetzen müssen.

HIER der Link zum ersten Teil auf YouTube. Danach einfach durch die weiteren Teile hindurchklicken!

Und hier die in der Sendung erwähnten Webseiten:

ADD Online

ADS bei Erwachsenen

Ein Spruch, den mir heute eine ältere Dame sagte. Ich für mich kann sagen, irgendwo ist da schon was dran, leider.

Ein anderer Spruch, der mir dazu einfällt: Freunde kannste Dir aussuchen, Verwandte haste.

Durch meine eigene Betroffenheit bin ich natürlich inzwischen relativ gut informiert über das Thema ADHS. Und so passiert es mir recht häufig, dass ich Menschen begegne, bei denen ich ebenfalls ADHS vermute. Zum Beispiel gab es während eines Praktikums im Krankenhaus einen Arzt, der deutlich hyperaktiv war, sehr schnell einen gestressten Eindruck machte und mit vielen seiner Mitmenschen aneinander geriet, weil er hinter vielen Aussagen schnell Kritik vermutete und auf diese vermeintliche Kritik impulsiv reagierte. Oder auch wenn ich an manche ehemaligen Mitschüler oder Kommilitonen denke, dann könnte ich bei dem einen oder anderen ebenfalls ein ADHS vermuten.

Das Problem dabei ist, dass diese Menschen meistens nichts über ADHS wissen oder aber gar nicht auf die Idee kommen, dass es sie selbst betreffen könnte, weil sie ADHS für eine Störung halten, die nur bei Kindern vorkommt. Oftmals sind sie sich auch nicht aller ihrer Probleme bewusst, geschweige denn, dass sie sich vorstellen könnten, dass es Hilfe für ihre Schwierigkeiten gäbe. Und vor allem bei den “Hypoaktiven” kommt keiner auf die Idee, dass irgendwas mit ihnen nicht stimmt, weil ihre Beeinträchtigungen kaum jemandem auffallen.

ADHS ist häufig, und deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich meine Vermutungen bewahrheiten würden, sollten sich diese Personen einer Diagnostik unterziehen. Schon die Beschäftigung mit dem Störungsbild an sich kann Erleichterung schaffen. Sollte eine Therapie angezeigt sein, könnten sie erheblich von einer fundierten Diagnose profitieren.

Und genau dieses Wissen führt mich in ein kleines Dilemma: Denn ich kann nicht einfach zu jemandem hingehen und sagen: “Hey, ich glaube, Du hast ADHS!”. Das würde ihn vor den Kopf stoßen. Einerseits möchte ich den potentiellen ADHSlern helfen, andererseits möchte ich niemandem zu nahe treten oder ihn verprellen. Da ADHSler bekanntermaßen sehr empfindlich sein können oder solche gut gemeinten Hinweise schnell mal in den falschen Hals bekommen, ist es nicht leicht, die richtigen Worte/den richtigen Zeitpunkt zu finden. Und wenn man dann noch mit demjenigen weiterhin zusammenarbeiten muss, kann so etwas das Arbeitsklima erheblich belasten.

Wie also macht man es richtig? Ich gebe zu, darauf habe ich noch keine Antwort gefunden. Deshalb habe ich bis jetzt auch noch niemanden auf sein mögliches ADHS angesprochen.

Heute mal ein privater Beitrag, ich muss mir mal was von der Seele schreiben. Keine Ahnung, ob es jemanden interessiert, aber dazu ist mein Blog ja u. a. auch da. Vielleicht lösch’ ich den Beitrag auch wieder.

In den letzten Tagen geistert mir meine Ex immer wieder im Kopf herum. Komisch, denn es gibt eigentlich gar keinen Grund dafür. Es gab kein Ereignis o. Ä., das mich an sie erinnert hat, und trotzdem denke ich ständig an sie. Wir sind schon seit zweieinhalb Jahren getrennt, und soweit ich weiß, ist sie seit dieser Zeit mit einem Anderen zusammen. Die Trennung kam damals für mich sehr überraschend. Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet, und so hat es mir ziemlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich wusste zwar, dass wir Probleme hatten, aber nicht, dass es so schlimm war, dass die Beziehung auf dem Spiel stand.

Das Ganze hatte sich über einen längeren Zeitraum entwickelt (wie das eben so ist), und in dieser Zeit hat sie sich immer mehr zurückgezogen und emotional eingekapselt. Sie hat sich von mir nicht verstanden gefühlt, obwohl ich eigentlich genau das wollte, sie verstehen. Aber sie hat nicht mehr mit mir über ihre Gefühle geredet und sich immer mehr verschlossen. Wie sollte ich sie denn verstehen, wenn sie sich mir gegenüber nicht öffnet? Unsere Beziehung und deren Zukunftsaussichten hat sie immer negativer gesehen. Sie hat sich eingeredet, dass wir nicht zusammen passen. Dabei haben wir in der langen Zeit vor unseren Problemen sehr gut harmoniert. Wir hatten denselben Humor, dieselben Ansichten, keinerlei grundlegende Meinungsverschiedenheiten und konnten uns (in der guten Zeit) teils wortlos verstehen. Wir waren auf derselben Wellenlänge, und das habe nicht nur ich so gesehen. Unsere Freunde dachten alle, dass wir ewig zusammen bleiben werden, und als sie von unserer Trennung erfuhren, gab es keinen, der es verstanden hat. Selbst ihre besten Freundinnen haben nicht damit gerechnet.

Dieses Unverständnis, die Tatsache, dass ich den Grund für die Trennung kaum nachvollziehen konnte, hat es mir zusätzlich schwer gemacht, drüber hinweg zu kommen. Bis heute habe ich keine befriedigende Erklärung, nur ein paar Spekulationen. In der letzten Zeit unserer Beziehung hatte sie mehrere Probleme. Ihre Gesundheit machte ihr immer mehr zu schaffen, wodurch sie nicht mehr so belastbar war. Das Studium bzw. der praktische Teil der Ausbildung führten zu vermehrtem Stress. Außerdem musste sie sich noch Sorgen um die Gesundheit eines nahen Familienangehörigen machen. Ich habe versucht, ihr in dieser Situation zu helfen und für sie da zu sein, aber anscheinend war das nicht genug. Sie wurde immer gereizter und hat am Ende häufig auch an mir herumgemäkelt, was mich verunsicherte.

Ich glaube, dass all diese Belastungen am Ende zu einem Burnout bei ihr geführt haben und dass das einer der Gründe für die Trennung war, dazu ihre übertrieben negative Sichtweise ihrer/unserer Zukunft (was man beim Burnout ja auch haben kann), so dass sie einfach keinen Sinn mehr in unserer Beziehung sah. Sicher, ich hab auch Fehler gemacht, die ich im Nachhinein auch bereue und gern ungeschehen machen würde. Doch es waren alles keine unlösbaren Probleme! An irgendeinem Tag sah sie eine “Stern”-Zeitschrift im Kiosk mit der Überschrift “Wie sich Mann und Frau gegenseitig dominieren”. Da sagte sie zu mir: “Die müssen wir uns kaufen!” Offenbar hat sie sich von mir dominiert gefühlt, was ich natürlich nicht wollte und bis heute nicht so richtig verstehe. Im Endeffekt ist unsere Beziehung wahrscheinlich an zu viel Stress und zu vielen sinnlosen Streits über Banalitäten zu Bruch gegangen. Und das finde ich umso bitterer, weil das eigentlich keine wirklichen Gründe  sind. Das hätten wir in den Griff kriegen müssen, und wir hätten es auch schaffen können!

Ihr jetziger Freund war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, denn er hat diese Situation ausgenutzt (vielleicht war es auch einfach nur Glück für ihn, dass er sie in dieser Situation kennengelernt hat). Sie hatte sich verändert. Ab irgendeinem Punkt war sie nicht mehr der liebenswerte freundliche Mensch, den ich so leicht zum Lachen bringen konnte wie am Anfang und dessen Lachen jedes Mal eine kleine Belohnung war für meine Witze. Ich weiß nicht, ob dieser absolut liebe und edle Mensch, in den ich mich verliebt hatte, noch irgendwo in ihr steckt. Ich wünsche es ihr, dass sie sich das erhält, aber gleichzeitig fürchte ich, dass das nicht mehr der Fall ist. Ich dachte und hoffte, dass sie sich irgendwann wieder fängt. Aber dazu kam es nicht. Ich hätte sie vor lauter Fassungslosigkeit am liebsten einfach mal an den Schultern gepackt und durchgerüttelt, damit sie wieder aufwacht.

Irgendwo in mir hab ich immer noch nicht die Hoffnung aufgeben, dass sie sich besinnen wird und erkennt, was wir zusammen hatten. Wahrscheinlich ist es total bescheuert, zu glauben, dass ihre Gefühle zu mir wieder aufflammen könnten. Doch ein wenig Hoffnung hatte ich bis jetzt immer noch. Ich weiß nicht, ist so etwas überhaupt möglich (für den Fall, dass es ihr jetzt wieder besser geht)?

Dr. med. Eckart von Hirschhausen, ein Kollege sozusagen, hat ADHS! Auf Stern.de schreibt er:

Heute keine Kolumne. Sondern ein Bekennerbrief zur Aufmerksam-keitsstörung – Attention deficit disorder. Nicht verbunden mit Hyperaktivität, nur im Kopf. Ich hab das. In milder Form. Und ich lebe sehr gut damit.

Ich finde es gut, wenn sich öffentlich präsente Personen dazu bekennen, denn dadurch begreift die Öffentlichkeit, dass ADHS weit verbreitet ist, dass man es aber trotzdem zu etwas bringen kann. Hirschhausen ist da das perfekte Beispiel, wie ich finde. Und sein “Bekenntnis” (klingt schon fast nach einem Verbrechen o. ä.)  macht ihn mir gleich noch sympathischer. Da sag ich doch einfach mal:

Verpeilte Grüße!

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.