April 2009


Ja, es ist geschafft, und ich hab es irgendwie noch gar nicht richtig realisiert: Die schriftlichen Prüfungen sind bestanden (noch nicht offiziell, aber inoffiziell weiß ich es schon)! Ich freue mich, aber im Moment bin ich noch ein bissl KO. So richtig bei mir ankommen wird es erst in den nächsten Tagen, dass ich  jetzt zur Hälfte meinen Abschluss in der Tasche habe (es kommen ja noch die Mündlichen). Irgendwo Wahnsinn!

Und gleichzeitig macht mich das auch etwas nachdenklich: Das schöne Studentenleben wird bald vorbei sein. Leute, die man sonst fast jeden Tag  zwangsläufig gesehen hat, weil man Seminare oder Vorlesungen mit ihnen zusammen hatte, wird man bald nicht mehr sehen. Sich einfach mal auf einen Kaffee in der Mensa treffen oder abends zum Grillen (und Chillen) in den Park gehen oder einfach mit ein paar Leuten auf den Campus in die Sonne setzen (selbst wenn’s zur Klausurvorbereitung war) – dazu werden bald Zeit und Möglichkeiten fehlen, und ich vermisse es jetzt schon.

Es heißt ja, die Studentenzeit sei die schönste Zeit im Leben. Wahrscheinlich ist es auch so. Wir hatten oft viel Stress, denn eigentlich stand immer irgend ein Testat, Kolloquium oder eine Klausur an. Und im Nachhinein frage ich mich, hätte ich die Zeit nicht noch intensiver „ausleben“ können. Aber eigentlich ging es nicht anders. Trotz aller Lernerei bleiben einem aber nicht die Tage in Erinnerung, an denen man früh aufstand, um in die Bücher zu kucken, und abends erschöpft ins Bett fiel. Sondern die Tage, an denen man etwas mit Freunden unternommen hat und Spaß hatte, die Tage, an denen wirklich was „passiert“ ist.  Auch das Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit.  Die Verbundenheit mit „Gleichgesinnten“ und allen, die dieselben Strapazen durchmachen mussten, aber auch die Vielfalt der interessanten Menschen, die man kennen lernen konnte. Und vor allem die Freundschaften, die sich daraus entwickelten. Die sind zusammen mit den Erinnerungen das Wertvollste, das ich aus dieser Zeit mitnehme.

Nun gehöre ich langsam zu den alten Hasen, und es ist manchmal schon ganz lustig, wenn man auf ein paar „Ersties“¹ trifft, die noch völlig orientierungslos sind und evl. mit der Mama auf Zimmersuche in einer WG gehen. Ja, so war ich wohl auch mal – damals.

Ich weiß nicht, ob man diese ganzen Erfahrungen einigermaßen gut beschreiben kann, aber ich glaube, dass man es eigentlich erlebt haben muss, um zu wissen, wie es ist, ein Student zu sein. Deshalb kann ich jedem, der vor einem Studium steht, nur sagen: Versuche es, so gut es geht zu genießen! Stress hat das Leben nämlich noch genug.

Naja, heute hab ich erstmal gefeiert, und die nächsten Tage gönn’ ich mir etwas Ruhe. Was mach ich nur mit so viel Freizeit? Mir wird schon was einfallen. Und dann heißt es nochmal ein paar Wochen pauken für die Mündlichen, bis dann auch diese Hürde geschafft ist…

[1] Ersties sind Studenten im ersten Semester (oder noch vor Beginn desselben).

Ich bin ja zur Zeit nicht allzu aktiv, was das Bloggen angeht. Aber auf meinen „Stamm-Blogs“ bin ich trotzdem noch unterwegs. Bei Achter und Elphaba ging’s vor Kurzem um eine Auseinandersetzung mit der Schöpfungsgeschichte und sozusagen ihrem Gegenstück, der Evolutionstheorie. Dazu sind mir spontan zwei Fragen eingefallen, die mir bis jetzt niemand beantworten konnte:

Zunächst mal finde ich es ziemlich unfair (wenn ich das mal so sagen darf), dass das Christentum jedem Menschen quasi eine Drohung ausspricht: „Wenn Du nicht an Gott glaubst, dann kommst Du in die Hölle.“ Ein ganz schön fieser Trick, wenn man sich noch nicht richtig für oder gegen einen Glauben entschieden hat oder am Zweifeln ist. Ich frage mich aber: Hätte es ein allmächtiges und großherziges Wesen wie Gott (wenn es ihn gäbe) nötig, die Menschen mit dieser Panikmache an sich zu binden?

Wenn man die Existenz Gottes ohnehin anzweifelt, erübrigt sich natürlich die Frage, denn ohne Gott im Himmel dürfte es die Hölle eigentlich auch nicht geben. Aber vielleicht irre ich mich da.

Die zweite Frage betrifft die Schöpfungsgeschichte: In jeder mir bekannten Darstellung von Adam und Eva sind die beiden Weiße. Adam und Eva, dargestellt als ein farbiges Paar, scheint es nirgends zu geben. Sollten wir alle also von ihnen abstammen, wie kam es dann zur Existenz von Dunkelhäutigen und anderen Menschenrassen auf der Erde? Eine recht banale Frage, die aber wohl kein Christ beantworten kann. Müsste sich nicht auch der Papst diese Frage stellen, wenn er in der Welt herumreist und überall seinen Segen ausspricht? Ich würd’s gern verstehen. Aber ich kenne mich nicht aus mit der Bibel. Vielleicht findet sich ja ein Christ, der mir meine Fragen beantworten kann.

P. S.: Auch wenn ich nicht an Gott glaube, die Fragen sind ernst gemeint, weil ich nicht verstehe, dass ein Christ mit derartigen Diskrepanzen in seinem Glauben ohne Weiteres zurecht kommen kann. Und das sind nicht die einzigen „Ungereimtheiten“.