Ja, es ist geschafft, und ich hab es irgendwie noch gar nicht richtig realisiert: Die schriftlichen Prüfungen sind bestanden (noch nicht offiziell, aber inoffiziell weiß ich es schon)! Ich freue mich, aber im Moment bin ich noch ein bissl KO. So richtig bei mir ankommen wird es erst in den nächsten Tagen, dass ich jetzt zur Hälfte meinen Abschluss in der Tasche habe (es kommen ja noch die Mündlichen). Irgendwo Wahnsinn!
Und gleichzeitig macht mich das auch etwas nachdenklich: Das schöne Studentenleben wird bald vorbei sein. Leute, die man sonst fast jeden Tag zwangsläufig gesehen hat, weil man Seminare oder Vorlesungen mit ihnen zusammen hatte, wird man bald nicht mehr sehen. Sich einfach mal auf einen Kaffee in der Mensa treffen oder abends zum Grillen (und Chillen) in den Park gehen oder einfach mit ein paar Leuten auf den Campus in die Sonne setzen (selbst wenn’s zur Klausurvorbereitung war) – dazu werden bald Zeit und Möglichkeiten fehlen, und ich vermisse es jetzt schon.
Es heißt ja, die Studentenzeit sei die schönste Zeit im Leben. Wahrscheinlich ist es auch so. Wir hatten oft viel Stress, denn eigentlich stand immer irgend ein Testat, Kolloquium oder eine Klausur an. Und im Nachhinein frage ich mich, hätte ich die Zeit nicht noch intensiver „ausleben“ können. Aber eigentlich ging es nicht anders. Trotz aller Lernerei bleiben einem aber nicht die Tage in Erinnerung, an denen man früh aufstand, um in die Bücher zu kucken, und abends erschöpft ins Bett fiel. Sondern die Tage, an denen man etwas mit Freunden unternommen hat und Spaß hatte, die Tage, an denen wirklich was „passiert“ ist. Auch das Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit. Die Verbundenheit mit „Gleichgesinnten“ und allen, die dieselben Strapazen durchmachen mussten, aber auch die Vielfalt der interessanten Menschen, die man kennen lernen konnte. Und vor allem die Freundschaften, die sich daraus entwickelten. Die sind zusammen mit den Erinnerungen das Wertvollste, das ich aus dieser Zeit mitnehme.
Nun gehöre ich langsam zu den alten Hasen, und es ist manchmal schon ganz lustig, wenn man auf ein paar „Ersties“¹ trifft, die noch völlig orientierungslos sind und evl. mit der Mama auf Zimmersuche in einer WG gehen. Ja, so war ich wohl auch mal – damals.
Ich weiß nicht, ob man diese ganzen Erfahrungen einigermaßen gut beschreiben kann, aber ich glaube, dass man es eigentlich erlebt haben muss, um zu wissen, wie es ist, ein Student zu sein. Deshalb kann ich jedem, der vor einem Studium steht, nur sagen: Versuche es, so gut es geht zu genießen! Stress hat das Leben nämlich noch genug.
Naja, heute hab ich erstmal gefeiert, und die nächsten Tage gönn’ ich mir etwas Ruhe. Was mach ich nur mit so viel Freizeit? Mir wird schon was einfallen. Und dann heißt es nochmal ein paar Wochen pauken für die Mündlichen, bis dann auch diese Hürde geschafft ist…
[1] Ersties sind Studenten im ersten Semester (oder noch vor Beginn desselben).
24. April 2009 at 6:16
Herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg! Das freut mich sehr
Dann kannste ja auch mal irgendwann die Katze aus dem Sack lassen und uns verraten WAS du eigentlich studierst
Grüße,
Achter
24. April 2009 at 12:25
Glückwunsch!!
Bin ebenso gespannt wie der Herr Achter (Auf die Katze in dem Sack)
24. April 2009 at 22:17
Aber Hallo …! Das liest sich spannend! Auch von mir Glückwünsche zur „2/3-Halbzeit“ – das Mündliche macht ihr jungen Leute heute doch mit Links …
Alles Gute weiterhin und viel Erfolg!
25. April 2009 at 0:58
Herzlichen Dank! Wenn ich’s endgültig geschafft hab, verrate ich’s. Das wird aber noch ein paar Wochen dauern. Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich.
Bis dahin läuft hier auf dem Blog wahrscheinlich alles noch ein bissl auf Sparflamme …
28. April 2009 at 14:22
Aha daher der Name Bratkartoffel. Von mir auch meinen Glückwunsch.
Wichtig ist bei allen Etappenzielen das große Ziel das Leben einfach zu leben nicht aus dem Auge zu verlieren.
Kleiner Tipp von mir. Ich habe mich immer in dem Gestrüpp man müsste, man sollte, man könnte, verloren.
Aber vermutlich typisch für ADSH befallene.
28. April 2009 at 18:17
Herzlichen Glückwunsch! Mich interessiert übrigens auch brennend, was du studiert hast. Also lass dir nicht zu lange Zeit.
Ich wünsch dir noch viel Erfolg in deine mündlichen Prüfungen…
29. April 2009 at 1:49
Vielen Dank!
@rotegräfin: Das mit der Bratkartoffel versteh ich nicht, aber vielleicht steh ich auch gerade auf dem Schlauch.
Zum Rest: Sich abzugrenzen fällt vielen ADHSlern schwer. Mir gelingt es aber zur Zeit ganz gut, und ein grober Plan für die nächsten Etappenziele steht auch.
29. April 2009 at 9:01
Ein dummer Spruch, der ständig in meiner Familie gebraucht wurde, wenn gerade etwas verstanden wurde.
Ich habe also übersetzt verstanden, warum Du hier nicht mehr so viel schreibst, Du steckst mitten in den Prüfungen.
Das verlangt schließlich Konzentration eine gute Übung für ADSH