Medien


Die mediale Berichterstattung über ADHS ist nicht immer ausgewogen und fachlich korrekt. Ich schrieb schon einmal über eine derartige Sendung der Reihe „Quarks & Co.“.

Eine kürzlich auf EinsPlus gesendete Talkshow, die sich mit dem Thema ADHS speziell bei Erwachsenen befasst, kann ich allerdings nur empfehlen. Sehr sachlich wurde über die Probleme, aber auch die positiven Seiten von ADHS berichtet, mit denen sich Betroffene und ihre Angehörigen auseinandersetzen müssen.

HIER der Link zum ersten Teil auf YouTube. Danach einfach durch die weiteren Teile hindurchklicken!

Und hier die in der Sendung erwähnten Webseiten:

ADD Online

ADS bei Erwachsenen

Die Proteste im Iran zeigen, wie wichtig die Möglichkeiten des Web 2.0 werden können. Nämlich dann, wenn es nicht möglich ist, auf normalem Wege an Informationen über die Geschehnisse in einem Land heranzukommen. Freilich hat es die Führung des Irans nicht gerne, wenn sich Bilder der Massenproteste in aller Welt verbreiten. Dass sie dies zu unterdrücken versucht, war zu erwarten. Und dennoch gelang und gelingt es Menschen, über YouTube, Facebook und andere mit dem Ausland zu kommunizieren. So dass diese spärlichen Bilder in so mancher Nachrichtensendung das einzige Bildmaterial aus dieser Region darstellen.

Es ist nicht immer nur ein Segen, dass jeder seinen Senf im Internet irgendwo dazu geben kann (ich als Blogger tu es allerdings auch) oder die Welt an privaten Details teilhaben lassen kann, doch gäbe es dieses Web 2.0 nicht, hätten wir noch weniger oder kaum Information aus dem Iran. Das finde ich irgendwie bemerkenswert.

Siehe z. B. HIER

Als die Mauer an der deutsch-deutschen Grenze fiel, war ich gerade mal sieben Jahre alt. Daher kann ich mich nicht mehr genau dran erinnern. Aber ich weiß, dass es für die Menschen der DDR ein enorm bewegendes Ereignis war, wohl auch, weil keiner damit rechnen konnte. Man muss sich mal vorstellen, was es bedeutet, Jahre lang so gut wie eingesperrt zu sein in einem Überwachungsstaat ohne Meinungsfreiheit und einem System, das kaum freie Entfaltung ermöglicht. So erlebten es viele Menschen, und ich kann mir es nur schwer vorstellen, wie das gewesen sein muss.

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland hat die ARD eine sehr zu empfehlende Sendereihe produziert, die jedes einzelne Jahr BRD-Geschichte dokumentiert. Ich habe noch lang nicht alle Sendungen gesehen, aber von den bisherigen fand ich das Jahr 1989, das Jahr des Mauerfalls, am ergreifendsten. Besonders den Moment, in dem Hans-Dietrich Genscher die Ausreisegenehmigung an die ostdeutschen Flüchtlinge in der Prager Botschaft verkündet. Schon ein bisschen Wahnsinn. Wer diese Bilder noch nicht kennt, der sollte sich das unbedingt anschauen (Link unten).

Der Mauerfall und die Deutsche Einheit waren ein Sieg der Freiheit und  der Demokratie. Wie gesagt, ich selbst war damals noch zu klein, um genügend Erinnerungen aus dieser Zeit zu haben. Aber ein paar Erinnerungen aus der DDR an sich habe ich natürlich trotzdem, und ich werde sie wahrscheinlich demnächst hier auf dem Blog einmal niederschreiben …

Das Jahr 1989 (hier klicken)

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Auch noch interessant:

Doku von Spiegel-TV mit vielen Originalaufnahmen am Ort des Geschehens

und

Deutsche sind stolz auf ihr land (Zeit Online):

>>Die unterschiedlichen Ansichten zwischen Ost- und Westdeutschen in Bezug auf die demokratischen Werte sind äußerst gering.<<

>>Wie es im Untersuchungsbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung heißt, legen die Ergebnisse den Schluss nahe, dass die Linke „nicht wegen, sondern trotz ihrer politischen Forderungen“ aus Protest unterstützt wird.<< (interessant, weil es gerade im „Osten“ viele Anhänger der Linken gibt)

Die neue Final-Version von Google Earth ist da! Besonders hervorzuheben: die neuen Features.

Mit Version 5.0 kann man nicht nur aus dem All auf das Grundstück des Nachbarn zoomen, sondern auch auf Entdeckungsreise in die sieben Weltmeere abtauchen! Die neue Komponente Google Ocean enthält dafür mehrere Ebenen, um z. B. unterseeische Gebirge oder Schiffswracks zu besichtigen. Oder man schaut sich einen Beitrag aus den Archiven Jacques Cousteaus an.

Genauso faszinierend finde ich, dass man jetzt auch noch virtuell zum Mars reisen kann, der ebenso anhand von Satellitenbildern dreidimensional konstruiert wurde.

Und das alles kostenlos! Also gleich runterladen (z. B. HIER) und stöbern! Ich geh gleich mal auf die Suche nach dem Marsgesicht …

Gerade eben lief im WDR die Sendung „Quarks  Co.“ mit Ranga Yogeshwar. Es ging um AD(H)S. Und um ehrlich zu sein, regt mich diese Sendung ein wenig auf. Denn das, womit ADHSler und ihre Ärzte ständig zu kämpfen haben, wurde hier mal wieder durch die Medien gefördert: ein verzerrtes Bild dieser Thematik mit der Bedienung von Klischees. Um fair zu bleiben: Die Kontroverse in der Diskussion um die Ursachen und die medikamentöse Therapie bei ADHS wurde durchaus von mehreren Seiten beleuchtet. Es kamen Psychologen zu Wort, genauso wie Betroffene, Vertreter der Pharma-Industrie und Ärzte.

Dennoch wurde aus meiner Sicht die Kritik an den neurobiologischen Ursachen für ADHS und an den Medikamenten überbetont, ebenso die psychoanalytische Sichtweise zu den Ursachen, was mich sehr enttäuscht.

Ich kann verstehen, dass es für die meisten Menschen befremdlich erscheint, Kindern Medikamente zu geben, erst recht, wenn es sich um Psychopharmaka handelt. Aber dennoch muss man hier nun mal der Wahrheit ins Gesicht sehen und akzeptieren, dass bei vielen Kindern kein Weg daran vorbei führt. Den Kopf in den Sand stecken und das Problem nur zu bereden und einen Konflikt irgendwo hinein zu deuten, wo keiner ist, sondern erst noch einer entsteht, wenn man nicht bald was macht (Stichwort Psychoanalyse), bringt nichts! Man hilft keinem ADHS-Kind, wenn man eine Pharmakotherapie kategorisch ausschließt! Das will ich hier noch einmal betonen, auch wenn das so in der Sendung nicht propagiert wurde.

Ich hatte eigentlich immer eine positive Meinung zu Ranga Yogeshwar, aber dass er hier dazu beiträgt, ein recht verzerrtes Bild von ADHS zu vermitteln, überrascht mich. Recht aussagekräftig für die Sendung auch sein Schlusswort:

Vielleicht sind nicht unsere Kinder krank, sondern eher unsere Gesellschaft. Und ADHS ist ein Ausdruck dafür.

Das hat er aber schön gesagt. Wie kann man einerseits in der Sendung die Wirkung der Medikamente im Gehirn erklären (mit Dopamintransportern und Synapsen etc.) und gleichzeitig mit diesen Worten schließen, die ja gleich das ganze Störungsbild infrage stellen? Das ist für mich ein klarer Widerspruch. Die Medikation mit Methylphenidat setzt so kausal an, wie es nur irgend geht. Nach heutigem Forschungsstand ist bei den meisten ADHSlern eine zu hohe Dichte sog. Dopamintransporter in einem bestimmten Gehirnbereich namens Striatum vorhanden und trägt erheblich zur Symptomatik bei. Methylphenidat greift genau dort ein, indem es die Anzahl der Dopamintransporter wieder auf ein Normalmaß senkt. Und wer sich mit Biologie ein wenig auskennt, der kann sich denken, dass das durch keine Psychotherapie allein bewirkt werden kann. Andernfalls möchte ich gern die Studie lesen, die genau das belegt.

Während die einen also immer noch mit der (Para-)Wissenschaft der Deutung beschäftigt sind, behandelt die Medizin auf der Basis reproduzierbarer(!) Studienergebnisse die Ursachen, soweit das heutzutage möglich ist.

Nachtrag:

Nachfolgend die Links zur Sendung auf YouTube:   Teil 1 2 3 4 5

Nur ein kleiner Hinweis für alle politisch Interessierten:

Habe den Wahl-Weblog des ZDF in meine Blogroll aufgenommen. Acht Journalisten kommentieren das Geschehen im Super-Wahljahr 2009. Dieses beginnt schon am Sonntag mit der Landtagswahl in Hessen. Wir werden sehen, wie sich TSG, wie er inzwischen gern bezeichnet wird, so schlägt, wobei die Prognosen ja nicht so rosig für ihn aussehen, schaut man auf das letzte Politbarometer (10.01.2009).

Gleich am Dienstag drauf können wir alle (zumindest medial) Zeugen eines historischen Ereignisses werden: dem Amtsantritt des ersten dunkelhäutigen US-Präsidenten! Irgendwie wäre ich bei diesem Ereignis gerne live vor Ort, aber das geht leider nicht. Ob ihm die Schnapszahl 44 (er wird der 44. Präsident) Glück bringen wird? Ich wünsche es ihm zumindest.

Alles Weitere zum Super-Wahljahr demnächst …

Am 22. Januar startet in Deutschland der Film Operation Walküre mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Zwar basiert dieser Film auf historischen Begebenheiten, jedoch soll er natürlich auch Geld einbringen. Inwieweit  der Film also die wahren Fakten erzählt, und wo das eine oder andere Detail etwas abgeändert wurde, lässt sich im Augenblick noch nicht sagen.

Anlässlich des Kinostarts zeigt das ZDF deshalb ab dem 20. Januar eine zweiteilige historische Dokumentationsreihe über das Stauffenberg-Attentat, so dass man sich also schon vorher ein genaues Bild der Ereignisse machen kann. Wollen wir hoffen, dass die ZDF-History-Redaktion besser recherchiert als die Kollegen von Frontal 21!

Der Film ist nicht ganz unumstritten, vor allem weil ausgerechnet ein bekennender Anhänger der Scientology-Sekte einen Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus spielt. Dass er für diese Rolle auch noch mit einem Bambi für „Courage“ geehrt wurde, mutet schon recht seltsam an. Mal ehrlich: Erstens ist dies nicht der erste Film über den deutschen Widerstand, und zweitens benötigt man für diese Rolle sicher nicht mehr Courage als für eine andere Hauptrolle.

Wie dem auch sei. Ich werde mir diesen Film trotz aller Kritik wahrscheinlich dennoch im Kino ansehen (und vielleicht auch hier darüber schreiben). Im Kino wirken Filme einfach besser. Und außerdem will ich nicht noch ewig auf die DVD in der Videothek warten müssen. Ich bin schon sehr gespannt …

Es läuft gerade im TV. Und anhand der Tatsache, dass ich währenddessen lieber am PC sitze, lässt sich schon erahnen, wie ich zu dieser neuen Sendung auf RTL stehe:

„Ich bin ein Star – holt mich hier raus.“ läuft wieder! Und das ist die Liste der  sogenannten STARS (Quelle):

Ingrid van Bergen
Peter Bond
Günther Kaufmann
Gundis Zámbó
Michael Meziani
Christina “Mausi” Lunger
Norbert Schramm
Nico Schwanz
Lorielle London
Giulia Siegel

Um ehrlich zu sein, ich kenne gerade zwei davon. Das sind keine B-Promis, auch keine C-Promis. Das sind maximal I-, J- oder K-Promis! Und warum die da mitmachen, ist auch klar: 1. Knete, 2. um bekannt zu werden. Was bin ich stolz darauf, in dieser Unterhaltungskultur aufzuwachsen! Dankeschön, Mein RTL!

P. S.: Ich werde mir diese mediale Massenverblödung natürlich nicht ankucken. Was mich aber wirklich erschüttert, ist, dass diese Sendung spätestens ab morgen wieder in aller Munde sein wird. Es gibt leider immer wieder Menschen, die das auch noch klasse finden…

Ich muss mal meinen Senf zu diesem eben gesehenen Film abgeben, bevor ich gleich ins Bett gehe.

Ein in meinen Augen sehr guter Film, der in vielen Szenen sehr nahe geht und nicht an Spannung verliert. Ein hochwertiger Film mit einer realistischen Darstellung der Geschichte einer jüdischen Mutter, die zwei Jahre lang zusammen mit ihrem Sohn vor der Verhaftung durch die Nazis flieht und dabei glücklicherweise immer wieder auf Menschen trifft, die sie unterstützen. Viele gute schauspielerische Leistungen, darunter halte ich besonders die Mutter (Nadja Uhl), ihren Sohn (Aaron Altaras) und Herrn Redlich (Axel Prahl), der am Ende des Films seinen Sohn verlor, besonders erwähnenswert.

Einen Makel hatte der Film allerdings: Warum sendet die ARD einen so hochwertigen Film, der neben Unterhaltung auch einen hohen Aufklärungswert besitzt, erst eine halbe Stunde vor Mitternacht? Ist es denn so wichtig, zur Hauptsendezeit den eher harmlosen Film namens „Der Hochzeitswalzer“ ins Programm zu nehmen und dann noch einen Tatort dran zu hängen, bevor das Publikum reif für einen historischen Spielfilm ist? Stellt dieser Film zu hohe Anforderungen an den Durchschnitts-Zuschauer? Keineswegs, finde ich. Mensch Leute, Ihr müsst Eurem Publikum auch mal was zutrauen! Deutschland besteht doch nicht nur aus Deppen!

„Die Debatte, ob das deutsche Fernsehen ein Qualitätsproblem hat, hat ein Qualitätsproblem. Das liegt nicht zuletzt daran, von wem diese Scheindebatte besonders engagiert geführt wird. Einerseits von Leuten, die nach eigenen Angaben gar kein Fernsehen mehr gucken. Und andererseits von Programmverantwortlichen, die mit erstaunlicher Offenheit ihre Arroganz demonstrieren: das Qualitätsproblem, das sind die anderen.“

Diese 50 Fragen stellt die F.A.Z. an das deutsche Fernsehen. Ganz passend zur Debatte über dessen Qualität, welche vor einiger Zeit aufkam und hoffentlich noch weiter geführt wird.

Einfach mal durchklicken!

Nachdem Marcel Reich-Ranicki die Auszeichnung für sein Lebenswerk im Rahmen des Deutschen Fernsehpreises ablehnte und stattdessen sowohl die gesamte Veranstaltung als auch das deutsche Fernsehen kritisierte, stimmte er dem Vorschlag des Moderators Gottschalk zu, zusammen mit den Verantwortlichen in einer Sendung über die Qualität des Fernsehens zu sprechen. Für diesen spontan improvisierten Vorschlag Gottschalks kann man ihn nur loben! (Siehe HIER, ZDF Mediathek)

Dass diese Szene Eindruck bei allen Zuschauern hinterließ, ist klar. Alle anderen Preisträger wurden hierdurch so gut wie in den Schatten gestellt, schließlich redet man vor allem über dieses Ereignis, wenn man vom Fernsehpreis spricht. Marcel Reich-Ranicki war sicherlich von der Dauer der Veranstaltung genervt, wodurch es zum besagten Ausraster kam. In solch einem Zustand von aufgestauter Ungeduld und Wut verläuft das Üben von Kritik meistens nicht ganz in die richtige Richtung (weiß ich aus eigener Erfahrung). Man wird schnell unfair, vor allem, wenn man alle in einen Topf schmeißt, was meist nicht genau den Kern einer Sache trifft. Die Veranstaltung an sich zu kritisieren und damit auch alle Preisträger (unter denen viele durchaus zurecht ausgezeichnet wurden, wie ich finde), war vielleicht etwas zu viel des Guten.

Dennoch kann ich prinzipiell eine generelle Kritik am deutschen Fernsehen sehr gut verstehen. Ich hätte ohnehin dazu bald einen Artikel geschrieben. Die Rede ist natürlich vom Querschnitt der Fernsehlandschaft. Und hier fallen mir vor allem die Privatsender äußerst negativ auf. Während sich die Öffentlich Rechtlichen meist ganz gut um Information, Aufklärung, wahrheitsgetreue und sachliche Berichterstattung und Bildung der Zuschauer bemühen (Ausnahmen gibt es natürlich), muss man sich auf anderen Sendern durch Gerichtsshows, Talkshows oder sog. „Reportagen“ (in denen z. B. ein Polizist dabei gefilmt wird, wie er sich mit Betrunkenen und anderen Störenfrieden herumplagt) zappen. Berichterstattung und Bildung sind sicher nicht die einzige Aufgabe des Fernsehens, aber auch gute Unterhaltung ist heutzutage oft nur ein kläglicher Versuch – ein Versuch, spannend zu unterhalten, ein Versuch, krampfhaft lustig zu sein, ein Versuch,  sensationelle Nachrichten zu erzählen usw.

Ein Sender, der den Fernsehmüll quasi schon gepachtet hat, ist „9live“. Auch Sendungen wie „Frauentausch“, „Lenßen und Partner“  oder „Galileo“ (die „Sendung mit der Maus“ für Erwachsene) heben nicht gerade den Durchschnitt. Der Fernseh-Tag ist voll mit inhaltlich leeren und völlig sinnfreien Sendungen. Ich kann diese Aufzählung z. B. fortsetzen mit „Alles Atze“, „Hausmeister Krause“ oder Daily Soaps, in denen die schauspielerische Leistung oft so schlecht ist, dass selbst ich drin mitspielen könnte. Warum so viele „Billigproduktionen“? Haben die Sender kein Geld mehr? Wo sind die regelmäßigen Serien, die früher tagsüber gelaufen sind?

Sicherlich gibt es auch hier ein paar wenige Ausnahmen, aber für die meisten Tage der Woche gilt: Vor 20.15 Uhr kann man den Fernseher fast nicht mehr anmachen, und nach spätestens zwei bis maximal drei Stunden muss man ihn auch wieder abschalten. Ebenfalls unerfreulich ist es, dass manche gute und eventuell etwas anspruchsvollere Sendung nicht zur Hauptzeit, sondern oft spät in der Nacht gesendet wird („Abenteuer Forschung“ wäre hier ein Beispiel). Gerade, wenn man der arbeitenden Bevölkerung angehört, kann man sich nicht immer den Luxus leisten, zu diesen späten Zeiten zu Bett zu gehen.

Ein Gutes hat das alles natürlich: Die Gefahr, sich vom TV bei wichtigen Dingen ablenken zu lassen, ist relativ gering. Naja, ich werde mir die Sendung mit Reich-Ranicki, die „Aus gegebenem Anlass“ heißen wird, auf jeden Fall ansehen (am Freitag um 22.30 Uhr). Und ich kann nur hoffen, dass da auch ausgesprochen wird, was viele Menschen denken, und sich vielleicht auch etwas ändert. Denn Fernsehen an sich ist nichts Schlechtes, es ist eben nur die Frage, was man aus diesem Medium macht.

EDIT: Artikel nachbearbeitet.

Gestern war ich in diesem Kinofilm und möchte heute meine Gedanken dazu äußern.

Nun, wer hier einen anspruchsvollen Film erwartet, der einen zum Nachdenken anregt, der sollte ihn lieber nicht anschauen. Aber, ich denke, wer in diesen Film geht, der erwartet das nicht, sondern die Komödie, die er auch ist. Die Komik besteht hauptsächlich aus Situationskomik und gewissen Missverständnissen, nicht zuletzt auch bedingt durch die einzelnen Charaktere. Und da muss ich sagen, dass ich von Brad Pitts schauspielerischer Leistung beeindruckt war. Es war sehr eigentümlich, ihn als einen debilen Fitnesstrainer zu sehen. Man kauft ihm diese Rolle ohne Weiteres ab, was für den Schauspieler spricht, wie ich finde. George Clooney und John Malkovich spielten ihre Rollen erwartungsgemäß gut.

Mit der ziemlich skurrilen Geschichte ohne wirkliches Ergebnis am Ende wirkt die Handlung vielleicht etwas absurd. Dennoch hat der Film den Zweck einer Komödie vollends erfüllt und taugt deshalb sehr gut zur spaßigen Unterhaltung.

EDIT: Post nachbearbeitet.

Ich habe mir heute „Der Baader Meinhof Komplex“ im Kino angeschaut und möchte hier meine ersten Eindrücke niederschreiben.

Zunächst zum Film selbst: Ich empfand diesen Film als sehr realitätsnah dargestellt. Das kann ich, denke ich, sagen, obwohl ich diese Zeit nicht selbst miterlebt habe. Vor allem die Brutalität, die sowohl auf Seiten der Terroristen als auch auf Seiten des Staates stattfand, wirkte sehr authentisch. Ob man diesen Film wirklich schon ab 12 Jahren frei geben sollte, bin ich mir nicht ganz sicher. Auch die Handlung scheint nah an der Realität zu sein, wie mir mein Vater (er erinnert sich noch gut an diese Zeit) bestätigte.

Die schauspielerische Leistung der Darsteller gelang meiner Meinung nach Moritz Bleibtreu (Andreas Baader), Nadja Uhl (Brigitte Mohnhaupt) und Johanna Wokalek (Gudrun Ensslin) sehr gut. Die übrigen Schauspieler empfand ich als eher durchschnittlich.

Irgendwie wirkte der Film im Filmischen jedoch wieder einmal „typisch deutsch“. Ich weiß selbst nicht, was das genau bedeutet. Liegt es an der Kameraführung, an der Bildqualität oder am zur Verfügung stehenden Geld? Man hat dem Film irgendwie wieder angesehen, dass er kein Hollywood-Streifen ist. Das soll nicht falsch verstanden werden: Ich brauche keine Special-Effects, besonders viel Action oder eine heroische Ausstrahlung der Hauptfigur, damit ein Film für mich gut ist. Aber die deutschen Filme wirken auf mich oft ein bisschen „unsauber“, mit etwas zu wenig Leidenschaft gedreht (nicht gespielt) – ich kann’s nicht besser ausdrücken, was ich meine. So jedenfalls auch dieser Film, naja, egal.

Nun zur Handlung: Hier sind wir eigentlich an einem Punkt, zu dem ich gar nicht so viel sagen kann. Das Thema Rote Armee Fraktion wurde in meiner Schulzeit leider nicht behandelt, weder im Geschichtsunterricht, noch z. B. in Gemeinschaftskunde. Unser Geschichtsunterricht im Abitur endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Sachsen soll ja das beste Bildungssystem Deutschlands haben, aber das ist ein eindeutiges Manko, vor allem weil gerade die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auf unser aller Leben den größten Einfluss hat!

Umso mehr begrüße ich es, dass man sich Hintergrund-Informationen (PDF) kostenlos herunterladen kann. Auf S. 34 gibt es dort auch weitere Links im Internet. Meine Wissenslücke zu diesem Teil deutscher Geschichte werde ich in nächster Zeit schließen.

Die Handlung wirft bei mir natürlich ein paar „philosophische“ Gedanken auf. Ohne Zweifel kann man gewisse Überzeugungen, die die Terroristen hatten, verstehen. In erster Linie wollten sie einen Kampf gegen Ungerechtigkeiten, die in der Welt und in Deutschland geschahen, führen. Und auch heute ist z. B. die Frage, inwieweit die Außenpolitik der Vereinigten Staaten gerechtfertigt ist, sehr aktuell.

Aber natürlich sind terroristische Handlungen keine Lösung. Es ist interessant, wie doch manche Menschen den Moralbegriff für sich so dehnen können, dass sie nach dem Motto vorgehen „Der Zweck heiligt die Mittel“ und sich damit letztlich auf dieselbe Ebene wie ihre Gegner stellen, obwohl sie ja die „Besseren“ sein wollten. Auch interessant, dass dies oft ein schleichender Prozess ist, und dass ab einem gewissen Punkt Taten Anderer als Rechtfertigung eigener Schandtaten genutzt werden. Das ist quasi eine Art fanatische Selbstverarsche (entschuldigt den Ausdruck). Und diese Ausrede nutzten dann wiederum Polizisten und Gefängniswärter für ihren Umgang mit den Terroristen. Naja, sich ungerecht behandelt fühlen und ungerecht behandelt werden ist nicht immer das gleiche. Und für sich und andere moralisch mit zweierlei Maß zu messen, ist inkonsequent und egozentrisch.

Generell war eine große Aggressivität und Impulsivität bei den RAF-Mitgliedern im Film zu spüren. Ich bin mir nicht sicher, ob da wirklich jeder halbwegs „normal“ getickt hat. Das sollte man sich bei Fanatikern vielleicht öfter fragen. Aber ich kann das nicht ausreichend und endgültig beurteilen.

Gerade auf Pro7 gesehen: Galileo Mystery! Eigentlich finde ich diese Sendung meistens weniger berauschend. Eher pseudowissenschaftlich, pseudosensationell und ein wenig zusammengezimmert. Wenn man Lust hat, taugt es als Unterhaltung, jedoch kann ich die Sendung meistens nicht ernst nehmen. Doch heute war ich angenehm überrascht. Es ging um Astrologie. Ist da was Wahres dran?

In der Sendung wurde ein Test durchgeführt: Eine hochrangige Astrologin und ein Pro7-Journalist machten Vorhersagen für vier Wochen, die danach mit den Schlagzeilen der Zeitungen aus dieser Zeit verglichen wurden. Sie natürlich mit Hilfe astrologischer Sterndeutung, er aufgrund von aufmerksam gelesenen Zeitungsartikeln und gesundem Menschenverstand.

Und was kam raus dabei? Nun, einen Teil der Aussagen beider Kontrahenten konnte man auch ohne Sternekucken vorhersehen. Sie trafen ein (z. B. die Vorhersage, dass Medwedew zum Ministerpräsidenten Russlands gewählt wird). Ansonsten waren die astrologischen Vorhersagen zu ungenau, zu allgemein gehalten, trafen zum falschen Zeitpunkt ein oder wurden mit mehreren Aussagen verknüpft, um die Wahrscheinlichkeit einer wahren Vorhersage zu erhöhen. Die beleidigte Reaktion seitens der Astrologin auf diese Vorwürfe schien mir nicht ganz untypisch.

Das Fazit von Galileo war: Der Astrologie konnte man keine wirklich wahren Vorhersagen nachweisen. Das Ergebnis überraschte mich wenig, doch hätte ich nicht gedacht, dass die Sendung diesmal gar nicht so unseriös gestaltet war wie sonst. Freilich nicht ohne die typische übertreibende Aufmache, aber inhaltlich gar nicht mal schlecht. Das sollte so bleiben.

Für die, die es interessiert: HIER findet man den ersten Teil auf YouTube. Die weiteren dann unter „Ähnliche Videos“.

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