Philosophisches


Ich bin ja zur Zeit nicht allzu aktiv, was das Bloggen angeht. Aber auf meinen „Stamm-Blogs“ bin ich trotzdem noch unterwegs. Bei Achter und Elphaba ging’s vor Kurzem um eine Auseinandersetzung mit der Schöpfungsgeschichte und sozusagen ihrem Gegenstück, der Evolutionstheorie. Dazu sind mir spontan zwei Fragen eingefallen, die mir bis jetzt niemand beantworten konnte:

Zunächst mal finde ich es ziemlich unfair (wenn ich das mal so sagen darf), dass das Christentum jedem Menschen quasi eine Drohung ausspricht: „Wenn Du nicht an Gott glaubst, dann kommst Du in die Hölle.“ Ein ganz schön fieser Trick, wenn man sich noch nicht richtig für oder gegen einen Glauben entschieden hat oder am Zweifeln ist. Ich frage mich aber: Hätte es ein allmächtiges und großherziges Wesen wie Gott (wenn es ihn gäbe) nötig, die Menschen mit dieser Panikmache an sich zu binden?

Wenn man die Existenz Gottes ohnehin anzweifelt, erübrigt sich natürlich die Frage, denn ohne Gott im Himmel dürfte es die Hölle eigentlich auch nicht geben. Aber vielleicht irre ich mich da.

Die zweite Frage betrifft die Schöpfungsgeschichte: In jeder mir bekannten Darstellung von Adam und Eva sind die beiden Weiße. Adam und Eva, dargestellt als ein farbiges Paar, scheint es nirgends zu geben. Sollten wir alle also von ihnen abstammen, wie kam es dann zur Existenz von Dunkelhäutigen und anderen Menschenrassen auf der Erde? Eine recht banale Frage, die aber wohl kein Christ beantworten kann. Müsste sich nicht auch der Papst diese Frage stellen, wenn er in der Welt herumreist und überall seinen Segen ausspricht? Ich würd’s gern verstehen. Aber ich kenne mich nicht aus mit der Bibel. Vielleicht findet sich ja ein Christ, der mir meine Fragen beantworten kann.

P. S.: Auch wenn ich nicht an Gott glaube, die Fragen sind ernst gemeint, weil ich nicht verstehe, dass ein Christ mit derartigen Diskrepanzen in seinem Glauben ohne Weiteres zurecht kommen kann. Und das sind nicht die einzigen „Ungereimtheiten“.

Nur ein plötzlicher Gedanke, über den ich schon einmal ein wenig nachdachte.

Ich sollte erklären, was ich mit dieser Frage meine. Über die Jahrhunderte gewannen die Naturwissenschaften immer mehr Kenntnisse über die Physik des Universums. Mit der zunehmenden Verbesserung unserer technischen Methoden ergeben sich neue Fragen – und die Antworten hierauf. Während es früher ausreichte, zur Erforschung der Physik Ereignisse auf der Erde zu untersuchen oder nachzubilden, sind es heute beispielsweise Radioteleskope oder Satelliten, die uns Informationen über kosmische Objekte liefern und so unser Wissen erweitern.

Dabei tun wir jedoch eines: Wir nehmen an, dass die Gesetze, die wir von der Erde her kennen, im gesamten Universum gelten. Was einst entdeckt bzw. nachgewiesen wurde, wird gewissermaßen „universalisiert“. Und eine Grundsatzfrage, die sich mir dabei stellt, ist: Dürfen wir das überhaupt?

Können wir wirklich annehmen, dass die Konstanten, die wir ermittelt haben, überall im Universum gleich  groß sind? Warum sollte nicht z. B. die Gravitationskonstante woanders größer sein als in unserer unmittelbaren (kosmischen) Umgebung? Denn wäre das der Fall, so müssten wir unsere Berechnungen anpassen.

Ich behaupte nicht, dass das ein Fehler ist.  Wir tun es, und das ist wahrscheinlich auch in Ordnung so. Aber ich habe auch keine Antwort auf die Frage, ob es überhaupt zulässig ist.

Ich habe mir heute „Der Baader Meinhof Komplex“ im Kino angeschaut und möchte hier meine ersten Eindrücke niederschreiben.

Zunächst zum Film selbst: Ich empfand diesen Film als sehr realitätsnah dargestellt. Das kann ich, denke ich, sagen, obwohl ich diese Zeit nicht selbst miterlebt habe. Vor allem die Brutalität, die sowohl auf Seiten der Terroristen als auch auf Seiten des Staates stattfand, wirkte sehr authentisch. Ob man diesen Film wirklich schon ab 12 Jahren frei geben sollte, bin ich mir nicht ganz sicher. Auch die Handlung scheint nah an der Realität zu sein, wie mir mein Vater (er erinnert sich noch gut an diese Zeit) bestätigte.

Die schauspielerische Leistung der Darsteller gelang meiner Meinung nach Moritz Bleibtreu (Andreas Baader), Nadja Uhl (Brigitte Mohnhaupt) und Johanna Wokalek (Gudrun Ensslin) sehr gut. Die übrigen Schauspieler empfand ich als eher durchschnittlich.

Irgendwie wirkte der Film im Filmischen jedoch wieder einmal „typisch deutsch“. Ich weiß selbst nicht, was das genau bedeutet. Liegt es an der Kameraführung, an der Bildqualität oder am zur Verfügung stehenden Geld? Man hat dem Film irgendwie wieder angesehen, dass er kein Hollywood-Streifen ist. Das soll nicht falsch verstanden werden: Ich brauche keine Special-Effects, besonders viel Action oder eine heroische Ausstrahlung der Hauptfigur, damit ein Film für mich gut ist. Aber die deutschen Filme wirken auf mich oft ein bisschen „unsauber“, mit etwas zu wenig Leidenschaft gedreht (nicht gespielt) – ich kann’s nicht besser ausdrücken, was ich meine. So jedenfalls auch dieser Film, naja, egal.

Nun zur Handlung: Hier sind wir eigentlich an einem Punkt, zu dem ich gar nicht so viel sagen kann. Das Thema Rote Armee Fraktion wurde in meiner Schulzeit leider nicht behandelt, weder im Geschichtsunterricht, noch z. B. in Gemeinschaftskunde. Unser Geschichtsunterricht im Abitur endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Sachsen soll ja das beste Bildungssystem Deutschlands haben, aber das ist ein eindeutiges Manko, vor allem weil gerade die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auf unser aller Leben den größten Einfluss hat!

Umso mehr begrüße ich es, dass man sich Hintergrund-Informationen (PDF) kostenlos herunterladen kann. Auf S. 34 gibt es dort auch weitere Links im Internet. Meine Wissenslücke zu diesem Teil deutscher Geschichte werde ich in nächster Zeit schließen.

Die Handlung wirft bei mir natürlich ein paar „philosophische“ Gedanken auf. Ohne Zweifel kann man gewisse Überzeugungen, die die Terroristen hatten, verstehen. In erster Linie wollten sie einen Kampf gegen Ungerechtigkeiten, die in der Welt und in Deutschland geschahen, führen. Und auch heute ist z. B. die Frage, inwieweit die Außenpolitik der Vereinigten Staaten gerechtfertigt ist, sehr aktuell.

Aber natürlich sind terroristische Handlungen keine Lösung. Es ist interessant, wie doch manche Menschen den Moralbegriff für sich so dehnen können, dass sie nach dem Motto vorgehen „Der Zweck heiligt die Mittel“ und sich damit letztlich auf dieselbe Ebene wie ihre Gegner stellen, obwohl sie ja die „Besseren“ sein wollten. Auch interessant, dass dies oft ein schleichender Prozess ist, und dass ab einem gewissen Punkt Taten Anderer als Rechtfertigung eigener Schandtaten genutzt werden. Das ist quasi eine Art fanatische Selbstverarsche (entschuldigt den Ausdruck). Und diese Ausrede nutzten dann wiederum Polizisten und Gefängniswärter für ihren Umgang mit den Terroristen. Naja, sich ungerecht behandelt fühlen und ungerecht behandelt werden ist nicht immer das gleiche. Und für sich und andere moralisch mit zweierlei Maß zu messen, ist inkonsequent und egozentrisch.

Generell war eine große Aggressivität und Impulsivität bei den RAF-Mitgliedern im Film zu spüren. Ich bin mir nicht sicher, ob da wirklich jeder halbwegs „normal“ getickt hat. Das sollte man sich bei Fanatikern vielleicht öfter fragen. Aber ich kann das nicht ausreichend und endgültig beurteilen.

Interessantes Zitat, das mich ein wenig zum Nachdenken angeregt hat. Trifft meines Erachtens zwar eigentlich zu, aber irgendwie auch nicht ganz. In diesem Zitat geht es um Stillstand und um das Setzen neuer Ziele. Ich denke, dass man durchaus „etwas sein“ kann und dennoch „etwas werden“ kann. Mit anderen Worten: Auch wenn man schon Ziele in seinem Leben erreicht hat, kann man sich neue Ziele setzen und damit neuen Herausforderungen stellen. Dazulernen geht immer. Man könnte auch einfach sagen: Wer rastet, der rostet.