ADHS eine Krankheit?

Manche Menschen behaupten, ADHS sei keine Krankheit, sondern nur ein „Syndrom“ oder eine „Störung“ oder eine „Auffälligkeit“. Ich sehe das nicht so. Da es einerseits größtenteils erblich bedingt ist und man andererseits Medikamente einsetzt, um es zu behandeln, kann man es sicherlich als eine Krankheit bezeichnen. Es ist jedoch keine Erkrankung, die zwangsläufig nur Schlechtes mit sich bringt. Es gibt auch viele gute Eigenschaften, die man ADHSlern nachsagt, wie beispielsweise Kreativität, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn oder Empathie.

Man kann sich nun die Frage stellen: Was wäre denn schlimm daran, wenn man ADHS als eine Krankheit bezeichnen würde, schließlich existieren viele Krankheiten? Ich denke, das Problem sehen viele darin, dass es sich um eine psychische Krankheit handelt. Und Personen mit psychischen Krankheiten werden oft stigamtisiert. Nach dem Motto: „Ich hab immer gewusst, dass der eine Macke hat.“ Hinzu kommt, dass viele ADHSler schlechte Lebenserfahrungen im Umgang mit anderen Menschen gemacht haben. Möglicherweise wittern sie die Gefahr, mit einer definitiven Diagnose endgültig als eine gestörte Person gebrandmarkt zu sein. Vielleicht möchten sie deshalb nur als „auffällig“ gelten, statt als „psychisch krank“.

Dabei müsste man diese Ängste eigentlich nicht haben. Gerade dass ADHS eine Krankheit ist, die noch dazu größtenteils erblich bedingt ist, zeigt ja, dass man nichts dafür kann. Es ist einem angeboren, und deshalb trägt man auch keine Schuld an den damit verbundenen Problemen. Dennoch wäre eine bessere Akzeptanz der Menschen gegenüber psychischen Erkrankungen generell erstrebenswert. Denn kein Mensch kann etwas für seine Psyche. Keiner kann etwas für seine Gefühle. Und auch wer noch nicht betroffen ist: Es ist nie zu spät, eine psychische Störung zu entwickeln.😉 Es kann jeden treffen, auch die, die einmal über die „Irren“ gelacht haben.

Glücklicherweise ist die Medizin heutzutage schon sehr weit fortgeschritten, so dass man den meisten Menschen sehr gut helfen kann. Bei ADHS ist es meist Methylphenidat, das den Erkrankten hilft. Aber auch bei anderen Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörungen kann man heute gut helfen. Ich möchte sogar behaupten, dass heute die wenigsten unter einer solchen Erkrankung leiden müssten – zumindest, wenn sie in unserem Land geeignete Hilfe suchen.

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