Wer regelmäßig kifft, tötet Hirnzellen

Wie viele Drogen (z.B. Extasy) führt auch der regelmäßige Konsum von Cannabis zum Tod von Hirnzellen. Diese aus meiner Sicht weniger verwunderliche Erkenntnis wurde von australischen Forschern nun nachgewießen. Demnach sind vor allem Hirnstrukturen, welche für Erinnerung, Angst und Aggression verantwortlich sind, vom Zelluntergang betroffen. Die Studie spricht zum Teil gegen jüngere Studien, die Cannabis eine neuroprotektive Wirkung zusprachen. Jedoch war auch schon länger bekannt, dass regelmäßiges Kiffen bei einigen Personen eine Schizophrenie auslösen kann. Das letzte Wort hinsichtlich aller gesundheitlichen Auswirkungen ist wahrscheinlich noch nicht gesprochen.

Außer in der Drogenszene kommt der Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) auch in der Medizin zu Anwendung, wenn auch eher selten. Er kann unter anderem gegen das Tourette-Syndrom, Depressionen oder Schmerzen uvm. eingesetzt werden.

Nun ja, ich denke, einmal ist kein Mal. Aber alles, was regelmäßig ist, sollte man lieber bleiben lassen.

5 Gedanken zu “Wer regelmäßig kifft, tötet Hirnzellen

  1. Hallo tigger,

    der Einsatz von THC in der medizinischen Therapie ist beim Tourette-Syndrom bisher nicht überwältigend, genauso wie bei Multiple Sklerose usw. Das liegt daran, daß dem THC wichtige Inhaltsstoffe entzogen wurden. Der volle Wirkstoffgehalt aus der ganzen Cannabis-Pflanze erzielt jedoch oft Erfolge. So Berichten Tourette-Betroffene von einer eindrucksvollen Symptomminderung und MS-Patienten von Schmerzfreiheit. Es gibt jedoch auch ganz viele Fälle denen Cannabis überhaupt nicht bekommt, weder so noch so. Bei THC gibt es immer noch das Problem der Dosierung, denn z.B. Tourette-Patienten brauchen meistens, wie auch bei anderen Medikamenten, nur eine ganz geringe Dosierung um eine Symptomreduzierung zu erreichen.

    Viele Tourette-Betroffene verzichten allerdings auf diese Möglichkeit, da ihr Alltag eingeschränkt wird. Die gesellschaftliche Verbotskultur, die das Kiffen erst für viele Leute interessant macht, verhindert auch hier die Möglichkeit Naturheilmittel gezielt einzusetzen. Denn nichts anderes ist Cannabis eigentlich. Gegen Übermedikamentierung durch chemisch-pharmazeutische Produkte wettert man in politischen Kreisen kaum … dabei ist die Behandlung der Nebenwirkungen oftmals viel aufwändiger, mal ganz abgesehen von der gesundheitlichen Belastung für die Menschen.

    Zur Info hier ein Link von Menschen die lange Jahre aktiv gekämpft haben http://www.inside.to/cannabis

    LG sunny

  2. Hallo sunny,

    vielen Dank für Deinen Link.

    THC ist ja nur ein Wirkstoff der Cannabis-Pflanze. Wenn das so ist, wie Du schreibst, dann sollte man vielleicht Cannabis-Extrakte entwickeln (habe nicht recherchiert, ob es das schon gibt) und diese mal bei Toutette- und MS- Patienten probieren. Vielleicht ist ein anderer (evl. noch unbekannter) Wirkstoff wirkungsvoller.

    Was das Verbot von Cannabis betrifft, muss man meines Erachtens schon berücksichtigen, dass negative Wirkungen bei chronischem Konsum auftreten können. Vor allem das Amotivationssyndrom oder die Entwicklung einer Schizophrenie finde ich hier besonders bedeutend. Auch ist Kiffen leider als Einstiegsdroge für physisch abhängig machende Drogen anzusehen. Was die Auswirkungen auf das Gehirn betrifft, ist sich die Wissenschaft anscheinend noch nicht einig. Die o. g. Studie weist eine Schädigung nach, während ältere Studien eine neuroprotektive Wirkung zeigen. Da kann man sich wohl noch nicht endgültig positionieren.

    Gegen einen medizinischen Einsatz spricht aus meiner Sicht nichts. Im Gegenteil, ich finde, hier sollte durchaus weitere Forschung betrieben werden. Aber mit der Verbotskultur hat das eigentlich nichts zu tun, denn die beeinflusst keinen Einsatz im Rahmen einer medizinischen Therapie. Ansonsten wäre der therapeutische Einsatz in meinen Augen ohnehin besser geeignet als eine „Eigentherapie“ mit Hilfe von frei verkäuflichem Cannabis, schon wegen der viel genaueren Dosierung.

  3. Leider ist diese Studie veraltet. Nach den heutigen Erkenntnissen ist es so, dass die Gehirnzellen lediglich betäubt werden und sich nach dem Rausch langsam wieder regenerieren.
    Ein weiterer Pro Punkt für Cannabis wenn es um den Vergleich mit Alkohol geht, der ja Millionen Gehirnzellen in einem Rausch vernichtet.

  4. Naja, eine Studie aus dem Jahre 2008 kann man im Jahr 2010 nicht wirklich als „veraltet“ bezeichnen. Dann wären ja die noch früheren Studien, die Cannabis eine neuroprotektive Wirkung zusprechen, erst recht „veraltet“.
    Aber es ist schon richtig, man sollte mehrere – nach Möglichkeit alle – Studien zu einem Thema heran ziehen, um eine Aussage über daraus abgeleitete Tatsachen zu machen. Diese endgültigen Tatsachen scheint es zur Zeit beim Thema chronischer Cannabis-Konsum noch nicht zu geben. Deshalb sehe ich auch kein wirkliches Pro für regelmäßiges Kiffen.
    Die Frage nach dem Vergleich „chronisches Kiffen“ vs. „chronisches Saufen“ nach dem Motto „Was ist besser/schlechter?“ stellt sich meiner Meinung nach nicht. Schließlich steht man ja nicht irgendwann mal da und sagt sich: „Irgendeine Substanz muss ich in nächster Zeit auf jeden Fall regelmäßig konsumieren. Aber was nehme ich da nur?“🙂

  5. ich denke auch das regelmäßiger Konsum von THC Gehirnschwund hervor ruft! Wissenschaftler können leider bis heute nicht genau zu 100% sagen , welche region im Gehirn betroffen ist! diesbezüglich wäre es angebracht zu meinen , das nur das kurzzeitgedächtniss betroffen ist-das nicht wieder zurückkehrt!
    Dip. Prof. Dr. Cevdet Silen

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