Grundlagenforschung in 100 Metern Tiefe: Der Large Hadron Collider

Nachdem ich schon bei Achter und auf der Seite „Begrenzte Wissenschaft“ über den Large Hadron Collider gelesen habe, will auch ich einen kurzen Artikel dazu schreiben. Vor allem, um auf die Informationsseite des ZDF hinzuweisen, auf der nicht nur eine für Laien ausreichende Zusammenfassung der wichtigsten Fakten, sondern auch mehrere Video-Beiträge und weiterführende Links zusammengestellt wurden. Ab heute beginnen in der 27 m langen unterirdischen Röhre die ersten Experimente.

Auch Prof. Harald Lesch – man erinnere sich, der neue Moderator von „Abenteuer Forschung“ – äußert sich zum Thema. Der Befürchtung einiger Kritiker, die Angst davor haben, dass bei dem Experiment Schwarze Löcher entstehen könnten, welche in einem Weltuntergangs-Szenario alles um sie herum, und somit auch die Erde und ihre Bewohner, in sich hineinziehen könnten, begegnet er so (Quelle):

„Ich kann beruhigen, es wird weder ein künstlicher Urknall in Genf erzeugt, noch werden Schwarze Löcher durch die Weltgeschichte laufen und werden uns auffressen. Die Kritiker, die das gerne haben wollen, […], die haben, glaube ich, zu wenig ins Weltall geschaut, denn das Universum macht solche Reaktionen, die das LHC künstlich hervorruft, ja schon seit Jahrmilliarden […]. Wenn jedes Mal ein Schwarzes Loch entstanden wäre, dann gäbe es die Kritiker gar nicht […].“

An dieser Stelle möchte ich auch auf die Sicherheitserklärung zum LHC (PDF) hinweisen.

Sehr beeindruckend finde ich das enorme Ausmaß an Technik, das in diese Anlage eingebaut wurde. Um nur ein paar Zahlen zu nennen:

  • 1232 Elektromagneten ermöglichen die Führung der Teilchenstrahlen innerhalb des unterirdischen Kreises
  • Messgeräte, die einige Tausend Tonnen wiegen und jeweils die Größe eines Wohnblocks besitzen, führen die Messungen während der Teilchenkollisionen durch
  • die Temperatur innerhalb der Röhre beträgt -271 °C (fast die niedrigste überhaupt mögliche Temperatur im Universum)
  • die Datenmenge, die pro Jahr aufgezeichnet wird, beträgt 16 Peta-Byte (=16 Billiarden Byte)!, was dem Umfang des gesamten Internets entsprechen würde

Man könnte sich natürlich die Frage stellen, warum dieser ganze Aufwand betrieben wird. Hier handelt es sich tatsächlich „nur“ um Grundlagenforschung ohne sofort erkennbaren effektiven Nutzen für die Menschheit. Aber gerade diese Grundlagenforschung ist nötig für das Verständnis unserer Welt und für die Entwicklung neuer Technologien. Dinge, deren Entwicklung wir zur Zeit nur annähernd vorhersehen können. Dass es sie aber geben wird, bezweifle ich nicht.

3 Gedanken zu “Grundlagenforschung in 100 Metern Tiefe: Der Large Hadron Collider

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