Ein Leben mit AD(H)S – die Welt anders sehen und begreifen: Unaufmerksamkeit und Konzentrationsstörungen

Auch diese beiden Symptome gehören zur Kernproblematik bei ADHS. Sie können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und fallen oft nicht als erstes auf, da bei vielen Betroffenen auf den ersten Blick die Hyperaktivität und Impulsivität im Vordergrund zu stehen scheinen. Dennoch können diese Symptome zu starken Einschränkungen im täglichen Leben führen. Beim überwiegend unaufmerksamen Typ des ADHS machen sie den größten Teil des Krankheitsbildes aus. Oft fallen sie auf, wenn die betroffenen Kinder in die Schule kommen.

Unaufmerksamkeit kann sich in vielerlei Begebenheiten bemerkbar machen. Sie ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen nicht aufpassen (man könnte auch sagen „nicht aufmerken“). Sie übersehen Dinge oder laufen z. B. an einer Person vorbei, die sie kennen, ohne sie zu beachten. Viele ADHSler berichten über blaue Flecke, von denen sie nicht wissen, woher sie kommen. Bei Kindern sind es oft kleine Schrammen, ohne dass sie wissen, wo sie sich diese zugezogen haben. Auch häufige kleine Beulen am Auto fallen sicherlich in diese Kategorie. Bei vielen ADHSlern fällt auf, dass sie häufig in Gedanken sind, sie träumen (ähnlich wie Hans-guck-in-die-Luft). Meiner Erfahrung nach sind dies alltägliche Gedanken, meist über geschehene Ereignisse oder Assoziationen, die man hat, weil man gerade etwas Betimmtes gesehen hat. Wenn jemand als „Tagträumer“ bezeichnet wird oder häufig geistig abwesend ist, kann das ein Hinweis auf ADS sein.

ADHSler sehen bestimmte Dinge oft zu spät. Das kann z. B. im Straßenverkehr ein Problem werden. Zwar sind sie nicht generell zur Teilnahme am Straßenverkehr ungeeignet oder unfähig – keineswegs – jedoch haben sie eine höhere Unfallhäufigkeit als Nichtbetroffene. Bei manchen spielt hier sicherlich auch ein riskantes Fahrverhalten eine begünstigende Rolle, um der Gier nach Extremsituationen nachzugehen („Adrenalinkick“).

Die Konzentrationsstörungen machen sich ebenfalls in vielen Lebenslagen bemerkbar. ADHSler haben eine geringere Fähigkeit als Nichtbetroffene, ihre Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Reiz zu fokussieren, sprich sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Das gelingt ihnen entweder generell nur mit Mühe oder aber es gelingt ihnen nur eine bestimmte Zeit lang, bevor die Gedanken abdriften. Man spricht auch von einer verminderten Aufmerksamkeitsspanne. Gegen dieses gedankliche Abdriften (oder Abschweifen) kann der Betroffene nicht viel unternehmen. Meist bemerkt er es nicht einmal.  Bei mir waren die Konzentrationsstörungen teilweise so ausgeprägt, dass ich selbst beim Lesen eines Buches gedanklich abgedriftet bin. Erst als ich am Ende der Buchseite ankam, bemerkte ich, dass ich (trotz, dass ich die Seite bis zum Ende las!) die ganze Zeit in Gedanken war. Manchmal kann man die Aufmerksamkeit willentlich wieder dem Thema zuwenden, nachdem man abgedriftet ist. Doch häufig ist auch das nicht möglich, mal abgesehen davon, dass es auf Dauer sehr anstrengt.

So passiert es oft, dass ein Schüler oder Student nur ein paar Minuten (bei mir waren es z. B. ca. 15 min) dem Lehrer in der Schule oder dem Dozenten in der Vorlesung konzentriert zuhören kann. Auch im Gespräch mit anderen Personen treten diese Probleme auf. Einige Betroffene berichten, dass sie häufig durch ihr Gegenüber gewissermaßen hindurch schauen und immer wieder zustimmend nicken, um sich dies nicht anmerken zu lassen. Das tun sie nicht aus Desinteresse, sondern es gelingt ihnen einfach nicht. Um das Gegenüber nicht zu enttäuschen, versuchen sie diese Probleme zu überspielen. Vom Gespräch bekommen sie dann allemal nur ein paar Fetzen mit, deren Zusammenhang sie sich mit ein bisschen Nachdenken oftmals selbst zusammenbasteln. Wenn sie eine Frage zum Gespräch gestellt bekommen, können sie diese oft nicht beantworten. Zugegeben ist das ein Extrem, das auch weniger stark ausgeprägt sein kann. Dennoch zeigt es, mit welchen Problematiken ein nicht behandelter ADHSler zu kämpfen hat. Schlimm wird es auch, wenn das Gegenüber das bemerkt und dann glaubt, der ADHSler hätte nur aus Desinteresse nicht richtig zugehört. So kommt es oft zu zwischenmenschlichen Konflikten, die letztlich nur auf Missverständnissen und oftmals auch der Unkenntnis des Syndroms beruhen.

Die Konzentrationsstörungen treten vor allem auf, wenn eine Tätigkeit als monoton und langweilig empfunden wird oder wenn andere Stimuli zu stark von einer Tätigkeit ablenken. So passieren auch häufig „Schusselfehler“ bei derartigen Aufgaben (Buchstaben vergessen beim Schreiben, Tippfehler,  Liegenlassen von Gegenständen etc.). Interessant ist, dass es ganz anders sein kann, sobald eine Tätigkeit oder eine Information als angenehm oder interessant empfunden wird. Dann kann es sogar zum sog. Hyperfokus kommen, bei dem der Betroffene geistig sehr klar ist und Stunden lang weiterarbeiten oder weiterlesen kann. Oftmals sind Betroffene dann enorm engagiert und zu Höchstleistungen in der Lage, so dass alles andere in Vergessenheit geraten kann.

Ein wichtiger Grund für die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen ist sicherlich die erhöhte Ablenkbarkeit. ADHSler lassen sich zu leicht von externen oder internen Stimuli (Reizen) ablenken und vergessen dabei häufig die ursprüngliche Tätigkeit oder das große Ganze. Gerade die internen Stimuli spielen eine große Rolle, nämlich wenn der Betroffene von bestimmten Gefühlen „überrannt“ wird. Oftmals werden Betroffene von negativen Erlebnissen wie Streits, Enttäuschungen, Verletzungen etc. derart in Anspruch genommen, dass sie auch lange danach nicht mehr in der Lage sind, eine Tätigkeit sinnvoll durchzuführen. Sie sind dann völlig durcheinander und unstrukturiert. Auch das kennen vielleicht einige Nichtbetroffene, z. B. wenn sie von einer schlimmen Nachricht (wie dem Tod eines nahe stehenden Menschen) erfahren. Bei ADHSlern können aber auch viel weniger schwerwiegende Ereignisse so eine Reaktion auslösen. Dinge, die für andere nur eine geringe Rolle spielen würden. Nicht umsonst hat ein ADHS-Buch den Untertitel „Den Gefühlen ausgeliefert„. Denn genauso ist es. Statt, die Gefühle einigermaßen im Griff zu haben, sind es die Gefühle, die einen ADHSler oft im Griff haben.

Nächstes Thema: Impulsivität und emotionale Labilität

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69 Gedanken zu “Ein Leben mit AD(H)S – die Welt anders sehen und begreifen: Unaufmerksamkeit und Konzentrationsstörungen

  1. ADHS ist eine Hirnstoffwechselstörung. In Spects wurde festgestellt, dass ADHSlser mehr Dopaminandogstellen haben als „Normalos“, das heißt es kommt zu einem Dopaminmangel, weil das „schneller“ „früher“ andoggen kann. Methylphenidat (Ritalin) besetzt diese Andogstellen, wodurch wieder mehr Dopamin zur Verfügung steht und sich der Haushalt normalisiert. Ich hoffe das war einigermaßen verständlich.

    Elphaba

  2. Möchte noch anmerken, dass es sich um eine mit hoher Wahrscheinlichkeit vererbte Erkrankung im Gehirnstoffwechsel handelt. Es gibt eine klare familiäre Häufung. Oft sind Geschwister oder Eltern/Kinder ebenfalls betroffen.
    Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der für die Signalweiterleitung von Zelle zu Zelle verantwortlich ist. Das Dopamin wird praktisch zu schnell zurück in die Zellen aufgenommen, so dass es nicht ausreichend zur Signalweiterleitung zur Verfügung steht.
    Weitere Infos gibt es z. B. im Wikipedia-Artikel zum Thema und (bzgl. Neurobiologie) hier.

    EDIT: Kommentar bearbeitet.

  3. Könnte ne nette Unterhaltung werden!

    Meines Wissens ist es ein „Zusammenspiel“ mehrerer Gene. Mein letzter Stand war laut einem PD Dr. Dr. der Psychiatrie 50… aber das weiß wohl keiner so genau!?
    DAS ADHS Gen gibt es nicht.

  4. Nein, das gibt es wohl nicht. Wenn man nur ein ADHS-Gen hat, kann man vielleicht sogar ganz gut damit leben und würde evl. auch aus der Diagnostik herausfallen. Für den „Ausbruch“ muss wahrscheinlich eine gewisse Schwelle an Genen überschritten werden.

  5. ich denke/vermute, das Zusammenspiel vieler Gene machts. Und genau das macht auch die Vielfalt der Symptome aus. Es gibt ja mehr als nur eine Ausprägung und das hängt wohl mit der Anzahl der beteiligten Gene zusammen oder welches Gene gerade mitbetroffen ist. Da hat die Forschung noch ein gutes Stück arbeit vor sich!

  6. Ja, so sehe ich das auch. Die vielen Ausprägungen, die verschiedenen Komorbiditäten und auch die Überlappungen mit manchen anderen Syndromen (Borderline PS, Depression, Ängsten etc.).
    Dadurch, dass es keinen speziellen Marker (wie einen Blutwert o. ä.) gibt, macht es diese Komplexität relativ schwer, ADHS zu erkennen und von anderen Krankheiten abzugrenzen.

  7. Nun ja, als ADHSler kommst Du zur Welt, zum Borderliner wirst Du gemacht, leichter wenn die Disposition vorhanden ist.
    Als Borderliner stehst Du Dir nicht nur ständig selbst im Weg, sondern Du hasst Dich selbst auch mehr als alles andere auf dieser Welt.

  8. Aus den Abstracts der Tagung in Hannover vom 9.-11.10.2008 – Ursachen der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS):

    „Molekulargenetische Untersuchungen zeigen, dass wahrscheinlich mehrere Gene an der Entstehung der ADHS beteiligt sind, u.a. das Dopamin-Beta-Hydroxylase-Gen, das Dopamin Transporter-Gen, die Dopamin D4 und Dopamin D5 Rezeptor-Gene, das Serotonin Transporter-Gen, das Serotonin HTR1B Rezeptor-Gen sowie das SNAP-25-Gen. Ein einzelnes Gen trägt nur in sehr begrenztem Maße zur Ätiologie der Störung bei …

    … es gibt auch exogene Faktoren. Die Beziehungen zwischen genetischen Komponenten und exogenen Faktoren sind aber noch unklar…“ das Thema wird weiter ausgeführt.

    Am Ende konnte der Referent in Hannover sich aber nicht verkneifen, auf Wechselwirkungen zwischen dem Dopamin Transporter-Gen und mütterlichem Alkohol-, bzw. Nikotinkonsum während der Schwangerschaft hinzuweisen. Ein Schlag ins Gesicht für alle Mütter, die AD(H)S – Kinder haben, ohne ein „Lotter-Leben“ geführt zu haben …

    Wer Interesse an den Abstracts hat: Restexemplare sind für 3 Euro zu beziehen über http://www.tagung-mhh.de

    LG sunny

  9. ZIT:“Ein Schlag ins Gesicht für alle Mütter, die AD(H)S – Kinder haben, ohne ein “Lotter-Leben” geführt zu haben … “
    So negativ würde ich das gar nicht sehen. Ich denke, wenn es da einen Zusammenhang gibt, sollte man das auch weiter verfolgen. Wer einigermaßen denken kann, weiß, dass dieser Zusammenhang – sollte er sich bestätigen – nicht zwangsläufig bedeutet, jede Mutter eines ADHS-Kindes sei Alkoholikerin.
    Wahrscheinlich ist auch das nur einer von vielen Bausteinen, und mütterlicher Alkoholkonsum erhöht das Risiko für ein ADHS beim Kind, ähnlich wie es bestimmte Gene tun.

  10. Also ich fühle mich da gar nicht auf den Schlips getreten. Ich war vor den Schwangerschaften RAucherin und bin es jetzt.
    Sobald ich wusste dass ich schwanger bin, habe ich weder Zigarette noch Alkohol angefasst. So konsequent war ich!

    Wenn der Verdacht besteht sollte man dem Zusammenhang Nikotin – ADHS nachgehen. Das dürfte aber schwierig sein. Rauchen beeinflusst bekanntlich auch den Hirnstoffwechsel, viele ADHSler therapieren sich selbst unbewusst mit Zigaretten. Und die erblich Komponente ist hinlänglich bekannt.

  11. Mir geht es exakt so wie Elphaba! Und ich war da wirklich konsequent in Anbetracht der Verantwortung, die ich trug! Umso mehr kotzt mich an, daß Wissenschaftler aufgrund von Vermutungen solche Aussagen machen! Es ist sogar eine bodenlose Frechheit!

    Solche stigmatisierenden Aussagen gegenüber Müttern entbehren jeglicher Grundlage und gehören nicht in eine wissenschaftliche Diskussion, solange die Evidenz fehlt!

  12. Hm, für mich steht immer am Anfang der Forschung eine Vermutung. Aber natürlich muss man es auch als Vermutung stehen lassen, solange kein Beweis erbracht ist. Ich halte es derzeit nicht für unplausibel, dass Alkohol oder Nikotin in der Schwangerschaft unter anderem ein ADHS-ähnliches Krankheitsbild hervorrufen können.

    Wie gesagt, ich sehe es als einen von vielen möglichen Bausteinen. Ich für meinen Teil würde nie auf die Idee kommen, aus solch einem Zusammenhang (falls er sich bestätigt) irgendeine Mutter zu stigmatisieren. Und ich denke, das würden auch nur Menschen tun, die eh keine Ahnung haben. Von daher könnte ich auf deren Meinung dann auch verzichten.

  13. Stigmatisierende Äußerungen gegenüber Müttern sind aber leider aufgrund dessen inzwischen gängige Erscheinungen. Und nicht wenige dieser Mütter gehen deshalb auch brav an der Leine, um ja nicht aufzufallen! Man könnte ihnen ja das eine oder andere Glas Wein nachsagen oder die versteckte Zigarette entdecken …

    Es ehrt Dich, daß Du anders denkst, wovon ich überzeugt bin, wenn ich Deine bisherigen Artikel gelesen habe – aber Du bist genauso eine Ausnahme, wie die Geschwisterkinder von Betroffenen, die kein AD(H)S oder Tics haben … DAS wird dann wissenschaftlich natürlich ganz klar nur mit Genetik und dem angehörigen Zufallsgenerator erklärt … (???) sonst passt’s ja auch nicht in die Auflagenstärke themengerechter Publikationen, womit man sich wissenschaftlich noch so nebenbei, ganz am Rande, ein kleines Taschengeld verdient …

  14. Es tut mir leid, dass Du von diesen stigmatisierten Äußerungen gehört (und sie evl. sogar auch zu spüren bekommen) hast. Ich kenne das nicht, was aber wohl daran liegt, dass ein kinderloser junger Mann bin und keine Mutter eines ADHSlers.
    Was an korrekten Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, ist ja sowieso nicht immer das Gelbe vom Ei. Und leider tragen die Medien oft zur Stigmatisierung bei. Ich meinte vor allem die Wissenschaft (nicht die öffentliche Presse), die einem eventuellen Zusammenhang nachgehen sollte, sprich es wissenschaftlich untersuchen sollte – verlässlich und objektiv. Wenn’s dann widerlegt wird, ist gut. Wenn sich der Verdacht bestätigt, könnte man evl. mit verstärkter Aufklärung was erreichen, so meine idealistische Hoffnung.

  15. [ZITAT]Stigmatisierende Äußerungen gegenüber Müttern sind aber leider aufgrund dessen inzwischen gängige Erscheinungen.[/ZITAT]

    Mütter haben generell mit Verurteilungen zu kämpfen, egal wie ein Kind „gedeiht“, wenns nicht perfekt ist war´s die Mutter. Diese z.T. sexistische aber auch psychoanalytische Sichtweise wurde niemals ernsthaft belegt. Nichts als Vorurteile!
    Auch ich habe (vor meiner ADS-Diagnose) an einem Mutter-Sohn-„Konflikt“ laboriert, das hat sich als total sinnloser Käse rausgestellt. Aber viele Psychotherapeuten verdienen sich dumm und dämlich daran.

    [ZITAT]>Und nicht wenige dieser Mütter gehen deshalb auch brav an der Leine, um ja nicht aufzufallen! Man könnte ihnen ja das eine oder andere Glas Wein nachsagen oder die versteckte Zigarette entdecken …[/ZITAT]

    Ätzend, unter solch einem Druck leben zu müssen

  16. Das perlt an mir ab, wir der Regen am Regenschirm! Ich tue das was ich für gut und richtig halte, wenn mal ein Fehltritt dabei ist… Nobody is perfect, ich will keine kleinen Einsteins oder die perfekten Kinder. Fehler gehören dazu und das müssen die Kids auch lernen. Man muss nur dazu stehen können.

    Man sollte aber ehrlich zu sich selbst sein. Die These, dass es zwischen Rauchen IN der Schwangerschaft und ADHS (oder der Ausprägung dessen?) ein Zusammenhang besteht, gibt es ja schon länger. Das muss man dann auch so sagen dürfen und man muss dem nachgehen! Wer sich da stigmatisiert fühlt (sorry) aber der getroffene Hund? Bei rauchenden Schwangeren oder rauchenden kinderwagenschiebenden Müttern kommt mir die Galle hoch!
    Aber, ich weiß, es gibt auch hier schlimmeres.

    Was meine verzogenen Kinder betrifft, und dass ich, weil meil Kinder so sind wie sie sind, eine grausliche Mutter bin, weiß ich. *Breitgrins* Ich hab halt Kinder und keine kleinen Erwachsenen!

    Ich wage mal zu behaupten: Kinder die brav in der Ecke sitzen, stets hören was Muttern sagt, immer sauber sind, nie eine Rotznase haben oder einen nutellaverschmierten Mund und so absolut perfekt daher kommen sind krank. Meine Kinder sind kerngesund und ich liebe sie so wie sie sind.

    Elphaba

  17. @elphaba: Das Rauchen und Alk Spuren hinterlassen (können) keine Frage – ist bzw. wäre einleuchtend. Nur sie sollen nicht labern ohne Beweise! Denn diese Laberei spickt sich die Medienwelt heraus und schon haben wieder ein paar Nichtraucher-Freaks ihren „Ha-Effekt“. Ich hab‘ nix gegen Nichtraucher – solange sie mich in Ruhe lassen! 😉 Aber ich kann auch trotz rauchen noch denken … und erwarten, daß Wissenschaft sich nicht dem medialen Klamauk hingibt!

    Fakten sag ich da einfach! Aber selbst das auflagenstarke Magazin, welches mit diesem Slogan x 3 Werbung macht, ist offensichtlich nicht in der Lage entsprechend wertfrei zu berichten? Ein Herr Professor findet es schon wichtig, daß er im „Focus“ des Themas entsprechend würdig behandelt wird. Verkaufen sich doch automatisch seine Publikationen viel besser, ganz abgesehen von der Reputation, die per Schnittchen und Sektglas ge- und befeiert wird …

    Wir sind nur das Füllmaterial, die Masse mit der sie operieren …

  18. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Rauchen in der Schwangerschaft, wo die Frau auch die Verantwortung für das Ungeborene trägt einfach Essig ist? Denn, dass das schädlich ist, egal wie es sich bemerkbar machen kann, da brauchen wir wohl nicht darüber zu diskutieren.

    Einer Mutter im Nachhinein ein schlechtes Gewissen reden ist natürlich ebenso falsch, denn: Wenn ein Kind schon nicht in der gesellschaftlichen Norm liegt schafft man dadurch nur zusätzliche Zweifel, und davon hat man nun wirklich schon genug!

    Im übrigen, an Lungenkrebs sterben wir eh nicht mehr, vorher kommt die Lungenentzündung…

  19. @elphaba: Ich glaube wir gehen ziemlich D’accord was das Rauchen und Alk in der Schwangerschaft betrifft! Das ist Schrott, geht doch der ganze Krempel direkt über die Nabelschnur zum bzw. ins Kind! Ich rauche, trinke auch gerne mal ein Glas Wein, harte Sachen moag i net. Aber in den Schwangerschaften war ich so clean, wie nie in meinem Leben, bevor ich politisch zu denken anfing 😉

    Ich persönlich leide eigentlich gar nicht darunter, daß mir irgendwelche Pimpel, irgendwelchen Psycho-Quark ans Ohr labern – hab‘ mich ja tatsächlich auch noch beruflich in die psycho-angehauchte Schiene begeben, wenn auch nicht in sozialen Bereichen. Reicht aber, um zu verstehen wie die Sozio-Psychos funktionieren! 😉

    Schlimm ist, wenn natürliche soziale Strukturen ausgenutzt und mißbraucht werden – und das ist im Thema AD(H)S & Co. leider der Fall.

    Und stimmt, das mit dem Lungenkrebs glaube ich auch nicht, eher stirbt man am Soziokrebs, der ist um Längen gefährlicher und auch massiv aggressiv …

  20. @rotegräfin: Mit dem Link wurde doch das Szenario mehr als besser erklärt! Hilfreiche Helfer verdienen durch viel Arbeit kein Geld!

    Aber mal ganz ab davon: Woher kommt denn das Geld eigentlich? Und ist es selbstverständlich, daß ehrlich steuerzahlende Bürger so in die Bütt gebeten werden? Welches Recht steht denn jetzt wem wie zu?

    Darüber erklärt sich übrigens auch ziemlich einfach der Soziokrebs!

    LG sunny

  21. Um mal wieder zurück zum Thema ADHS zu kommen:
    Wurde Deine Frage zu den Ursachen von ADHS zufriedenstellend beantwortet, rotegräfin? Ich meine, verstehst Du jetzt, dass ADHSler keine sich selbst beweihräuchernde Gesellschaftsschicht sind und ADHS nix mit Erziehungsfehlern oder der fehlenden „Tracht Prügel“ zu tun hat, wie es manchmal behauptet wird?
    (diese Frage ist durchaus ernst gemeint und soll nicht provozieren)

  22. Hallo tigger,
    das verstehe ich schon gaaaaaaaaaanz lange. Ich habe immer nach Antworten gesucht und auch viele Antworten in ganz einfacher und praktischer Form gefunden, die nur keiner hören wollte oder wofür ich sogar noch Prügel bezogen habe.

    Ich war eine Traumsuse. Das hat mir geholfen die vielen Ungerechtigkeiten wegzustecken, die mich fast wahnsinnig gemacht hätten.

    Mein ADS stammt aus der Unfähigkeit zu trauern meiner Eltern nach dem 2. Weltkrieg.
    Ich kann Dir wenn Du möchtest eine lange Liste an Literatur geben, die alle die psychologische Seite der Geschichte zeigen.

    In meinen Augen sind viele Symptome nur darauf zurück zu führen, dass in den letzten 2 Jahrhunderten immer mehr der Körper von dem Geist und von der Seele getrennt wurden. Ebenso Gefühl Verstand und Vernunft.

    Die Menschen wurden zum einfachen funktionieren erzogen und gedrillt und sich selber und seinen ursprünglichen Bedürfnissen entfremdet.
    Der Struwelpeter aus dem ja der Zappelphilipp stammt ist ja kein lustiges Bilderbuch für Kinder sondern ein Erziehungsbuch welches auf latente Beschämung ausgerichtet ist.
    „Seht einmal da steht er pfui der Struwelpeter“
    so fängt das Buch an. Dies ist ein Beschämung die mit vielen anderen Dingen ein sensibles Kind einfach verstummen ließ, wenn noch einige unglückliche und ungute Erziehungsmomente wie unausgesprochene Trauer/ Schmerz und Scham der Eltern dazu kommt. Worüber man nicht sprechen kann das entwickelt dann Symptome.

    Der Mensch ist zum Heilsein angelegt. Eine verdrehte und unnatürliche Auslegung des Heiligen Geistes hat in beiden Kirchen sein übriges getan.
    Jedes Symptom sollte deswegen ernst genommen werden und neben der dringenden und notwendigen Arbeit an der Erleichterung der momentanen Situation, die Frage nach den Ursachen und der grundsätzlichen Heilung nicht vergessen.

  23. Ich sags Dir ganz leise nett und freundlich: Das ist das dümmste was ich jeh gehört habe.

    Die Ursachen sind eine Störung des Hirnstoffwechsel, genetisch bedingt. Du hast KEIN Wort von dem was wir geschrieben haben gelesen.

  24. OK. Ich könnte jetzt hier eine Grundsatzdiskussion beginnen, die wir beide, rotegräfin, stellvertretend führen könnten für sämtliche dieser Diskussionen, wie sie des Öfteren überall auftreten. Die Frage nach der tatsächlichen Existenz von ADHS scheint für viele eine Glaubensfrage zu sein.

    Das Ergebnis wäre, dass wir zu keinem Ergebnis kommen. Du würdest ohnehin alles anzweifeln, was ich hier sage. Meine Ausführungen würdest Du nicht ernst nehmen. Und wissenschaftliche Erkenntnisse schon gar nicht. Wenn’s nötig wäre, würdest Du auch die ganze Wissenschaft in Frage stellen, um meine Argumente zu entkräften.

    Das können wir uns sparen, weil es einfach nichts bringt. Und mein Blog ist mir dafür auch einfach zu schade.

    Ich bezweifle ebenfalls, dass Du tatsächlich gelesen hast, was hier steht. Und wenn doch, dann hast Du es noch nicht richtig verinnerlicht. Als ADSler kenne ich das. Jedoch war mein Wille, die Dinge zu verstehen, oft größer als das geistige Abdriften. Zur Not hab ich etwas mehrfach gelesen, bis ich’s geschnallt hatte.

    Betrachte meinen Blog als Angebot, etwas dazu zu lernen. Vielleicht findest Du Dich wieder in der einen oder anderen Beschreibung. Aber diese psychoanalytischen Theorien bzgl. der Entstehung von ADHS (a la „Die Welt ist ja so schlecht.“) musst Du woanders verfechten, denn das ist einfach nur Quatsch. Sorry für diese direkte Art.

  25. Stimmt mit diesen rein körperlichen Diagnosen kann ich nicht viel anfangen. Ich mag es nicht, wenn ein Mensch auf so etwas reduziert wird.

    Schade das meine Sicht die ich hier beschrieben habe als Dummheit bezeichnet wird. Eine andere Sicht als meine habe ich bis jetzt immer als Bereicherung erfahren Elphaba

    @tigger danke für Deine Antwort. Anderen was beibringen wollte ich auch immer. Was möchtest Du dass ich lerne?

    Letztlich ist es egal wer welche Ansichten über die Ursachen hat. Entscheidend ist wie wir heute damit umgehen und das Leben so gut wie möglich erleichtern können.

  26. Also grundsätzlich habe ich nichts gegen eine andere Meinung. Es wäre utopisch zu glauben, jeder müsse meine Ansichten haben. Und bei einem anderen Thema hätte ich wahrscheinlich auch eine ernsthafte Diskussion hier aufkommen lassen.

    Beim Thema ADHS ist es allerdings so, dass mir die Diskussion über die Ursachen schon häufig begegnet ist. Das und natürlich meine eigene Betroffenheit haben dazu geführt, dass ich mich intensiv damit auseinander gesetzt habe. Ich habe aus diesem „Selbststudium“ meine Erkenntnisse gezogen.

    Diese Art der Diskussion verläuft meistens gleich. Und das Problem ist, dass man dabei mit Vernunft leider nicht weiter kommt. Wenn etwas wissenschaftlich bewiesen ist (und die Wissenschaft stellt sich permanent selbst infrage), dann glaube ich das. Mit den nötigen Gerätschaften könnte ich sogar selbst Wissenschaft „nachexperimentieren“.

    Und die zweifellos vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden in diesen Diskussionen häufig negiert, um als Alternative mit Behauptungen aufzuwarten, die reine Gedankenmodelle sind und nie in irgendeiner Weise überprüft werden können.

    Deshalb lohnt sich diese Diskussion hier nicht. Es hat also gar nichts mit Dir persönlich zu tun, sondern mit dem Thema.

    Was ich möchte, dass Du es lernst? Nun, es reicht mir, wenn Du hiervon mitnimmst, dass die schon erwähnten Störungen im Hirnstoffwechsel wissenschaftlich nachgewiesen wurden. Damit sind sie Fakt. Sie machen einen wesentlichen, wenn nicht gar den wichtigsten Faktor in der Pathogenese des ADHS aus. Wenn Du das anerkennen kannst, dann müsstest Du allerdings die Theorie von der Unfähigkeit Deiner Eltern zur Trauer überdenken. Deren Einfluss hat höchstwahrscheinlich nur minimal bis gar nicht zu Deinem ADS beigetragen.

  27. „genetisch bedingt“ wird auch wissenschaftlich als „evolutionär“ behandelt und erklärt! So gesehen finde ich Auszüge aus den Beiträgen von @rotegraefin hier im Kommentar gar nicht so schlecht!

    Ich habe keinen Eso-Tic und bin auch keine Traumsuse, meine Macken sind woanders …

    Aber das Thema „Unfähigkeit zu Trauern“ sollte man nicht vorschnell zu irgendwelchen Akten legen, die einem als unangenehm erscheinen!

    Traumata haben eine Menge damit zu tun, wie Hirnstoffwechsel Emotionen verarbeitet, das bestätigt Wissenschaft konform mit Realität! Chromosomen-Allele verkümmern nicht aus dem Nichts heraus – es gibt Gründe dafür! Traumata spielen hier eine sehr große Rolle, aber nicht im esoterischen Sinne und auch nicht im sog. „live event“ … sondern in biologischen Sequenzen evolutionärer Entwicklungen!

    Natürlich hat sich dieser ganze unaufgearbeitete Mist der Weltkriege mit allen Zusammenhängen was Hunger, Not und Schrecken betrifft auf uns ausgewirkt, wenn auch nur sekundär – oder soll ich besser schreiben: Gerade wir bekommen den Schrott sekundär am meisten ab? Sind wir in der Lage zu verdrängen? So wie unsere Vorfahren?

    Die Gene unserer Vorfahren wurden beeindruckt mit Fakten, die wir zumeist nicht kennen, wir wissen noch nicht mal warum – weil hier die hohe Kunst der Verdrängung beherrscht wurde, es wurde geschwiegen bis zum natürlichen Tod – alles andere war verboten.

    Haben sie aus Schuld geschwiegen? Nein! Sie haben aus Angst vor einer Schuld geschwiegen. Egal wie! Alles Schweigen war Schrott, weil sie uns in eine Scheinwelt sozialisiert haben, die wir nicht verstehen, nicht verstehen wollen, nicht verstehen können! Mit Recht nicht!

    Aber letztendlich haben sie uns die Esoteriker auf den Hals gehetzt, denn die sind es, die nie Fleisch oder Fisch werden, sich nicht/nie entscheiden können/wollen und deshalb ihre komischen Erkenntnisse an uns herantragen. Esoterik ist eine Verteidigungsstruktur der Nicht-Entscheidung – mehr nicht! Hier lebt sich die Feigheit aus, ohne jemals zufrieden zu sein. Da helfen keine Bachblüten, keine Hannemanns, weder die Apothekenrundschau noch Hardcore-Pharmaka!

    Wäre doch viel einfacher mal geradeaus zu denken … so schwer ist das nicht …

    Einfach nur Argument „Genetik“ und Punkt ist zuwenig! Prof. Münchau, Uni Hamburg hat interessant referiert dazu, schade daß er ganz wichtige Dinge relativ verschluckt hat! Wenn ich mal richtig viel Zeit habe, werde ich ihn diesbezüglich mal konsultieren.

    Anmerkung von tigger: Aus irgendeinem Grund war dieser Kommentar als Spam markiert. Warum, versteh ich nicht. Nur damit Du Dich nicht wunderst, warum er jetzt erst erschienen ist. Ich hab das jetzt erst entdeckt.

  28. Dass ADHS ausschließlich genetisch bedingt ist, das sagt eigentlich kein ernst zu nehmender ADHS-Experte. Wohl aber, dass der Einfluss der Genetik sehr hoch ist. Die Zahlen, die ich kenne, sind unterschiedlich und reichen von 50% bis 90% Erblichkeit.

    Andere Einflüsse werden vermutet, wie das soziale Umfeld, verschiedene äußere Stressoren (evl. die „life events“). Aber eines wäre sicher falsch, nämlich wenn man behaupten würde, dass die Gene keinerlei Rolle spielen würden und die Ursache nur auf psychologischer/psychoanalytischer Seite zu sehen sind. Das würde nicht erklären, warum ADHS familiär gehäuft auftritt. Warum eine Psychotherapie ohne Medikamente nicht hilft, während die alleinige Medikamentengabe ohne Psychotherapie (bei guten Ressourcen des Patienten) helfen kann. Warum Mütter schon die Hyperaktivität ihrer Kinder im Mutterleib spüren. Warum eine bestimmte Auswahl an Komorbiditäten häufig mit ADHS zusammen auftritt. Warum man einen Zusammenhang mit bestimmten Genen nachweisen konnte.

    Das heißt, wenn man einfach nur logisch nachdenkt, muss man zu dem Schluss kommen, dass die Gene und/oder eine Fehlentwicklung während der Schwangerschaft den größten Einfluss haben, mindestens im Sinne einer Disposition für die Erkrankung.

    Wann die Erkrankung sich dann genau manifestiert, kann womöglich von der Umwelt mitbestimmt werden. Auch beim Grad der Ausprägung könnte ich mir einen Umwelteinfluss vorstellen. Aber dass sie früher oder später auftritt, ist genetisch determiniert.

    Ach ja, zum Thema Traumata: Ich bin überzeugt, dass ADHSler aufgrund ihrer Sensibilität und Dünnhäutigkeit häufiger traumatisiert werden als Nichtbetroffene (unter denselben Umständen). Die Traumata können dann sicher das Krankheitsbild verschlechtern. Aber auch dann war ADHS zu erst da und ist nicht die Folge von Traumata.

  29. Es sind mindestens „zwei Säulen“ auf denen die Ursache für ADHS liegt. Die genetische Disposition ist inzwischen unbestritten und auch schon weit mehr erforscht, selbst wenn man die Ursachen der Chromosomenveränderungen noch nicht kennt. Aber genau hier ist der interessante Ansatz.

    Wodurch wurden die Chromosomenveränderungen hervorgerufen, wenn nicht durch industrielle Nahrungsmittel, Luftverschmutzung etc. ? Und wieviel Anteil haben biologisch evolutionäre Einflüsse, die z.B. in Traumata ihre Ursachen finden, weit vor der Zeit bevor wir überhaupt das Licht der Welt erblickten?

    Die „Sensibiliät und Dünnhäutigkeit“ so wie Du sie beschreibst deutet auf sog. „Muster“ hin, die nicht erlernt sondern ererbt wurden. An diesem Punkt kritisiere auch ich Hüther/Spitzer, die uns klarmachen wollen, das Gehirn könne quasi alles „neu“ lernen. Zerstörungen aber, die bereits über die Vererbung die „Muster“ in uns prägen, wird man nicht in einem Menschenleben reparieren können.

  30. Es stimmt, dass Substanzen das genetische Material verändern können. Damit eine solche Veränderung allerdings vererbt werden kann, müsste sie in den Keimzellen stattfinden (Ei- oder Samenzelle). Meistens erreichen solche Substanzen die Keimzellen aber nicht, weil diese erstens eigens geschützt sind und zweitens die Substanzen vor allem an den Orten ihres Eindringens in den Organismus oder ihres Abbaus akkumulieren und dort ihre erbgutschädigende Wirkung entfalten. Dann können sie z. B. zu Krebs führen.

    ADHS gab es auch schon zu Zeiten, in denen die Umwelt noch kaum mit solchen Substanzen kontaminiert war. Die ADHS-auslösenden Gene bestehen seit vielen Generationen und sind nicht erst in der jüngeren Zeit entstanden. Freilich ist es nicht auszuschließen, dass es auch zu einer Neumutation in einer Keimzelle kommt, die dann zu einem ADHS beitragen kann, aber diese eine Variante ist über einen kurzen Zeitraum betrachtet (wie zwei Generationen) eher selten.

    Wahrscheinlicher ist, dass es im Laufe der Evolution zu mehreren ADHS-auslösenden Mutationen im Erbgut einiger unserer Vorfahren gekommen ist, die nicht durch natürliche Auslese wieder verloren gegangen sind. Das heißt, man muss einen viel größeren Zeitraum betrachten als nur zwei Generationen.

    Und was Traumata betrifft, hab ich Dich richtig verstanden, dass Du meinst, ein Trauma kann das Erbgut verändern? Wir reden hier doch von psychischen Traumata, oder? Das erscheint mir sehr hypothetisch, und ich habe noch nie gehört, dass so etwas nachgewiesen wurde. Ich frage mich auch, über welchen molekularen Mechanismus das geschehen sollte.

  31. Danke sunny,
    für die Vermittlung.
    Auf meiner Suche nach eigener Heilung bin ich ganz zum Schluss auf Jirina Prekop/Bert Hellinger und ihr Buch: „Wenn ihr wüsstet, wie ich euch liebe“
    gestoßen, was mir sehr eingeleuchtet hat.

    Ich hätte nämlich jedes Mal auch gerne ein Dankeschön nicht nur für meine Intelligenz oder Leistung sondern auch eins für meine Liebe, die in allem steckt.

    In sofern erlebe ich auch immer wieder schmerzhaft, dass gerade Frauen, obwohl sie am meisten unter dem Aufmerksamkeitsdefizit leiden, genau diese Anerkennung nicht geben können. Ein Teufelskreis, den ich sofort wo ich ihn antreffe versuche zu durchbrechen. Aber liebe mal jemanden, der davon überzeugt ist nicht liebenswert zu sein. Ein hoffnungsloses Unterfangen.
    Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos und nehmen ihnen oft aus Liebe etwas ab, nämlich einen seelischen Schmerz zu spüren, weil ein Kind seine Mutter(z.B.) nicht weinen sehen kann.
    Die hohe Sensibilität eines Kindes erfasst unausgesprochene Gefühle seiner Umgebung und agiert diese aus. Dies sind meine Beobachtungen in meiner eigenen Familie und bei meiner Arbeit mit ausländischen Familien.

  32. ZIT.:“Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos und nehmen ihnen oft aus Liebe etwas ab, nämlich einen seelischen Schmerz zu spüren“
    ZIT.:“Die hohe Sensibilität eines Kindes erfasst unausgesprochene Gefühle seiner Umgebung und agiert diese aus.“
    Selbst wenn es so etwas gäbe, dann wäre das trotzdem keine Ursache für ein ADHS, denn ADHS ist angeboren!

    @rotegräfin: Du sagst, Du seist eine Traumsuse. Bist Du eigentlich diagnostiziert, oder ist das nur eine Vermutung deinerseits? Und wie wirst Du behandelt?

  33. Jupp tigger,
    ist das nun ein Zeichen von ADHS Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen und dann zu kommentieren oder bloß eine ganz stinknormale und gemeine Reaktion von Menschen, die ausser ihrem kleinen Horizont nichts anderes akzeptieren können?

    Mittlerweile bekomme ich Rente und verschlafe ganze oder besser halbe Tage. „Den seinen gibt es der Herr im Schlaf.“ daran glaube ich.

    Wenn Du es genau wissen willst. Ich habe mir, nachdem mein vierter Bruder von sieben jüngeren Brüdern gestorben war, dieser durch Selbstmord, die Diagnose verpasst reaktive Depression um mich am Leben zu erhalten. Dann habe ich weitergesucht und Bachblüten und Reiki entdeckt und benutzt in Kombination mit Kinesiologie. Dabei bin ich dann auf die Diagnose Borderline gestoßen und habe entdeckt warum ich mich regelmäßig selbst verletze.
    Ich brauche und brauchte Aufmerksamkeit für meine tiefe seelische Verletzung, die mir durch die Lebenslügen meiner Eltern zugefügt wurden. „Wenn ihr nicht wärt würde ich mich mit Vati besser verstehen.“
    War der häufig wiederholte Satz meiner mit neun Geburten völlig überforderten Mutter. Mein Vater fand dass die Menschen schlecht waren. Ich fühlte mich zwischen den beiden zerrissen und jeder von uns Kindern hat für den tödlichen Spruch die Schuld beim anderen gesucht.
    Ich behandle mich indem ich hier schreibe und Dir anscheinend auf den Wecker falle.
    Wenn das bei Dir anders war, dann freu Dich bitte!

  34. @rotegraefin: Familienaufstellungen nach Hellinger gelten als wichtiges Element wissenschaftlicher Pädagogik. Sie sind heute sogar erforderlicher Bestandteil des Grundstudiums – nicht zu verwechseln mit dem Studium zum Lehramt!

    Diese Familienaufstellungen sind aus psychologischer Sicht heraus auch sehr wertvoll, um Therapieansätze für individuelle Fälle herauszufinden. Leider haben Esoteriker & Co sich dieses Thema vielfach als Werbeplakat vor die Brust geschnallt und sehen jegliche Ursachen in diesem einen exogenen Muster. Das ist nicht hilfreich! ADHS & Co haben in erster Linie organische Ursachen! Das wird leider zu oft verdrängt, zugunsten Erklärungsmustern die individuell einfach besser passen. Sei es um den eigenen Leidensdruck besser auszuhalten, sei es um Erklärungen für die Umwelt zu finden.

    Es stimmt auch nicht, daß Frauen häufiger unter „dem“ Aufmerksamkeitsdefizit leiden. Frauen leiden vielleicht unter fehlender Anerkennung, aber das ist was anderes.

    „Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos“ – wenn sie das tun, wäre es da nicht manchmal besser, sie würden ihren Eltern erzählen, wo der Hase langläuft? Meine Kinder tun das durchaus und das sind nicht immer die harmonischen Sequenzen in unserer Familie … aber es ist richtig und gut! Und ja! Zugunsten einer ehrlichen Harmonie ist es manchmal notwendig andere weinen zu sehen – auch die eigenen Eltern!

    Und gerade wenn Du von sog. ausländischen Familien berichtest, ich nehme an es handelt sich um Migration, dann ist es wichtig, den Kinder den Rücken zu stärken, damit wenigstens sie die Chance haben Familienhierarchien zu verändern.

    Frauen, die sich ihrem Schicksal ergeben, sei es nun religiös anerzogen oder ganz einfach resignativ, wirst Du kaum helfen, indem Du versuchst direkt auf sie zuzugehen. Sie definieren sich nur durch ihr Umfeld, meistens nie über sich selbst.

  35. @rotegräfin: ZIT.:“ist das nun ein Zeichen von ADHS Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen und dann zu kommentieren oder bloß eine ganz stinknormale und gemeine Reaktion von Menschen, die ausser ihrem kleinen Horizont nichts anderes akzeptieren können?“
    Damit meinst Du wahrscheinlich meine Frage nach Deiner Diagnose und der zugehörigen Behandlung (nehme ich an).

    Nun, zunächst mal war diese Frage ernst gemeint und sollte in keinster Weise verletzen. Es ist also nicht nötig, dass Du Dich dadurch angegriffen fühlst oder gar verteidigst. Der Gedanke, der hinter dieser Frage steckte, war: Wenn Du einmal die Erfahrung gemacht hättest, wie gut man heutzutage das ADHS behandeln kann, würdest Du vielleicht eher davon ausgehen, dass es sich um eine hauptsächlich organisch bedingte Störung handelt. Ich habe mir ehrlich gesagt schon gedacht, dass es bei Dir eine Selbstdiagnose ist, die nicht fachlich abgesichert wurde (keine Ahnung warum, ich hatte es halt im Gefühl).

    Vor dieser Erfahrung der ADHS-Therapie haben viele zunächst Angst, aber ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass es sich lohnt, sie zu machen. Dazu wäre allerdings der fachliche Rat eines Arztes nötig. Übrigens: Du hättest meine Frage nicht beantworten müssen, wenn sie Dir unangenehm gewesen ist!

    @sunny: Wie siehst Du das hier:
    ZIT.:“Und was Traumata betrifft, hab ich Dich richtig verstanden, dass Du meinst, ein Trauma kann das Erbgut verändern? Wir reden hier doch von psychischen Traumata, oder? Das erscheint mir sehr hypothetisch, und ich habe noch nie gehört, dass so etwas nachgewiesen wurde. Ich frage mich auch, über welchen molekularen Mechanismus das geschehen sollte.“

  36. @tigger: … ich wollte Dir schon noch antworten! Aber genau DAS, was Du hinterfragst ist ein schwieriger Punkt!

    Ich kann es bis heute nicht belegen und es war nicht einfach, sich in Hannover auf dem Kongress so zu konzentrieren, wie ich es gerne gehabt hätte. Trotzdem hatte ich am Rande interessante Gespräche mit Referenten u.a. einem Humangenetiker. Es gibt offensichtlich Ansätze, die bestätigen, daß Chromosomen-Allele verkümmern können über starke emotionale Beeinträchtigungen. Medizinhistoriker, Medizinsoziologen, Humangenetiker und so weiter sind dabei, diese Nadel im Heuhaufen zu entdecken.

    Interessant ist ja schon der Ansatz, daß man wissenschaftlich überhaupt danach schaut! So gesehen muss es ja Hinweise geben und das wurde mir auch bestätigt. Mehr nicht!

    Emotionale Kompression bewirkt über biologische Mechanismen, chemische Reaktionen. Inwieweit diese die Zellwände durchdringen und sich so gesehen als Erbgut manifestieren können, darüber gibt es wie gesagt nur Hypothesen. Über das Ereignis von Tics weiß man aber, daß Zellmembranen durchdrungen wurden und im Thema Tics & Co. gibt es sogar Hinweise darauf, daß ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen zugeordnet werden können.

    DNA-Analysen machen heute viel möglich!

    Mit diesem Strauss an Hypothesen fuhr ich nachhause, 5 Stunden deutschen Autobahn geben viel zu denken … und letztendlich habe ich mal wieder die Bestätigung in der eigenen großen AD(H)S-Tic-Familie gefunden.

    Depression kann ja immer nur die Folge einer Kompression sein … und genauso wie sich das gegenüberliegt innerhalb der Synapse, der Energieweiterleitung usw. liegen sich auch AD(H)S und Ticstörungen gegenüber. Nicht anders erklärt sich ja auch warum MPH Tics erzeugen kann.

    Da aber das Ganze ein einziger komorbider Quark ist, kann man es nicht getrennt voneinander wissenschaftlich angehen. Wissenschaftliche Mediziner sind überfordert, ihnen fehlt das naturwissenschaftliche Spezialwissen. Wenn man schlau ist, so wie die Organisatorin des Kongresses in Hannover, dann „rekrutiert“ man sich diese Spezialdisziplinen – und ja, hier erkennen selbst Naturwissenschaftler daß es nur Ergebnisse geben kann, wenn man interdisziplinär zusammenarbeitet. Das ausgerechnet die Historiker hier ein interessantes Element bilden, davon sind selbst die überrascht, die aktuell seit Jahren am Thema herumkauen. Aber so ist es!

    Sorry, für diesen langen Kommentar, aber das konnte ich jetzt nicht kürzer beantworten! 😉

  37. Kein Problem, ich kann mich auch nicht immer kurz fassen.

    Zusammengefasst kann man also sagen, es gibt bestimmte Ansätze, die in diese Richtung denken, aber noch nichts Konkretes. Sicherlich ein interessantes Thema, aber noch nicht genügend erforscht. Somit müssen wir wohl erst mal abwarten, was die Forschung auf diesem Gebiet entdeckt, ansonst bleiben unsere Gedanken hier nur Spekulation.

  38. So sieht’s aus! Und ich vergesse nicht die verzweifelten Gesichtsausdrücke meiner Gesprächspartner, ob der Situation daß sie zu wenig und vorallem zuwenig sachliches Feedback bekommen, was sie unbedingt brauchen!

    Wer warten kann, ist nicht nur in einer glücklichen Situation, sondern hat auch keinen wirklichen Leidensdruck. Und so gesehen gibt es eine wartende Gesellschaft, die wartenden Wissenschaftlern nicht hilft, im Thema voranzukommen!

    Godot! – mehr fällt mir dazu nicht ein …

    LG sunny

  39. Ich muss nochmal:

    Dabei bin ich dann auf die Diagnose Borderline gestoßen und habe entdeckt warum ich mich regelmäßig selbst verletze.

    Den Selbsthass kannst Du aber nicht mit BAchblüten Kinesiologie ect. behandeln, dass ist eh unwirksamer Schwachsinn. Die Behandlung von Borderlinern ist schwierig (wenn Du denn eine bist) In erster Linie muss man selbst die Borderlineverhaltensweisen erkennen und durchbrechen. Du musst selbst unterscheiden lernen, was nun Borderline ist und was nicht und dann dagegen angehen. Wenn Du das aus eigener Kraft heraus nicht schaffst, musst Du Dir proffesionelle Hilfe suchen, und zwar nicht psychoanalytisch sondern verhaltenstherapeutisch. Ebenso ist es wichtig gute Freunde zu haben die darum wissen und einem die Rückmedlung geben wenn etwas Borderline ist. Es ist ein harter und schwerer Weg. Ewig im Kampf mit sich selbst, sich nur darüber fühlen zu können, sich selbst oder anderen weh zu tun.

  40. @elphaba: Hellinger‘ Familienaufstellung ist weit verbreitet und in Deutschland sehr populär. Hier wird das Jammertal bedient, welches ansonsten verboten ist. Seine Opfer zu beschimpfen nützt nichts.

    @ elphaba schreibt: „Wenn Du das aus eigener Kraft heraus nicht schaffst, musst Du Dir proffesionelle Hilfe suchen, und zwar nicht psychoanalytisch sondern verhaltenstherapeutisch.“ – man kann das nicht oft genug betonen! Die Psychoanalyse inklusive ihrer ganzen Laber-Therapien ist meistens kontroproduktiv und zerstört noch mehr, als daß sie echte Lebensqualität erzeugt.

  41. Hallo tigger
    ====
    Nun, zunächst mal war diese Frage ernst gemeint und sollte in keinster Weise verletzen. Es ist also nicht nötig, dass Du Dich dadurch angegriffen fühlst oder gar verteidigst.
    ====
    Ich berücksichtige jetzt voll, dass Du erst 25 bist. Wenn ich bedenke wie viel Toleranz ich von den Älteren erwartet habe und teilweise auch bekommen habe, möchte ich gerne diesem guten Beispiel nachahmen. Ich weiß allerdings nicht ob es mir gelingt.
    Ich habe Deine Frage so wie ich sie verstanden habe auch ernst beantwortet. Es ist aber nötig genau über Verletzungen zu schreiben.
    Ja diese Frage hat mich verletzt. Und genau jetzt Dein Hinweis, was nötig ist oder nicht ebenso. Darf ich fragen, woher Du wissen willst, was für mich nötig ist und was nicht? So bringt man den lebendigen Austausch von Gefühlen ganz schnell zum Schweigen.
    Aber „Helfen heißt leiden ermöglichen.“ Kann es sein, dass Du es gar nicht aushalten kannst, dass Du mit einer für Dich harmlosen Frage schon wieder alte Wunden aufreißt. Dass genau in der Unfähigkeit der Gesellschaft (Du stehst nicht alleine mit dieser immer wieder von mir erlebten Ignoranz) mit seelischen Verletzungen konstruktiv und wertschätzend umzugehen mein Aufmerksamkeitsdefizit liegt?

    ====
    Der Gedanke, der hinter dieser Frage steckte, war: Wenn Du einmal die Erfahrung gemacht hättest, wie gut man heutzutage das ADHS behandeln kann, würdest Du vielleicht eher davon ausgehen, dass es sich um eine hauptsächlich organisch bedingte Störung handelt.
    ====

    Ja und hier zitiere ich mal meine Ma: „Wenn meine Tante Räder hätte, dann wäre sie ein Omnibus.“
    Leider versteckt sich hinter Deinem Gedanken, die ganze Abwertung von dem was da ist. Ich habe als Säugling den Berichten meiner Mutter zu folge schon auf die Befriedigung innerhalb des Augenblicks wert gelegt. Leider hat meine Mutter darauf nur mit Angst und hasserfüllter Abwehr reagieren können.
    Ich weiß es nicht wie es Dir damit geht, dass Deine Eltern Dir einen Gendefekt vererbt haben und mit der Aussicht, Dein ganzes Leben mit einem Defekt zu leben. Oder überhaupt Dich auf einen Defekt zu reduzieren. Bestehst Du nur aus ADSH mit gesicherter Diagnose von wie vielen Docs? Manno Mann ein solches Leben fände ich nur armselig.

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    Ich habe mir ehrlich gesagt schon gedacht, dass es bei Dir eine Selbstdiagnose ist, die nicht fachlich abgesichert wurde (keine Ahnung warum, ich hatte es halt im Gefühl).
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    Ja und es ist sehr gut, dass Du Deine Gedanken so unverhohlen geäußert hast.
    Ich lebe als eine Einheit von Körper, Geist und Seele und ich besitze Gefühl, Verstand und Vernunft. Meine Gefühle von absoluter Hilflosigkeit haben mich nach dem ich Deinen Kommentar gelesen habe, mal wieder total überrollt und ich habe den halben Nachmittag damit zu gebracht, meiner Verzweiflung erst einmal Ausdruck zu verleihen und nicht vor dem wiederholten Schmerz davon zu laufen.
    Im übrigen ich der der Fachmann in meinem Leben. Darin besteht meine Würde und mein Wert.
    Schade, dass Du noch so viel Wert auf Fremdbestimmung legst. Da sind leider unsere Verständigungsschwierigkeiten begraben.
    „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Benutze und gebrauche Diagnosen und Etiketten für Deinen Umgang mit den Menschen. Ich erlebe so etwas regelmäßig verletzend und abwertend.
    Im übrigen eine kleine Korrektur Gedanken kann man nicht im Gefühl haben, sondern meistens verdrängt man durch einen Gedanken ein Gefühl von Empathie und echter Mitmenschlichkeit.

  42. @sunny

    Danke Deine Vermittlung tut einfach gut.

    @elphaba

    Deine Kommentare tun mir weh und lassen mich wie ein dummes kleines Kind dastehen. Es macht mir auch einfach Angst, weil es anscheinend zwecklos ist ergänzend von meiner Sicht zu erzählen.
    Etwas, was ich als einen Entwicklungsprozess darstelle, wird von Dir in belehrender Form aus dem Zusammenhang gerissen und belehrend verbessert. Alles was ich aufgezählt habe hat mich regelmäßig ein Stück weiter gebracht. Ob es Dir nun in den Kram passt oder nicht.

  43. Nun, rotegräfin, ich muss erst einmal genau überlegen, was ich jetzt hier antworte.

    Zunächst möchte ich noch einmal betonen, dass ich Dich hier nicht verletzen möchte. Leider reagierst du dennoch verletzt. Ich kenne das übrigens, weil ich auch schon oft so reagiert habe. Aber heute weiß ich auch, dass das oft falsch war, da man mich gar nicht verletzen wollte.

    Also sei Dir gewiss, dass es hier niemandes Absicht ist, Deine Gefühle zu verletzen. Was ich hier möchte, ist eine sachliche Diskussion auf meinem Blog. Und so leid mir das jetzt tut, muss ich Dir sagen, dass wir Deine Lebensgeschichte woanders ausdiskutieren müssen. Das kann ich Dir auch nur so direkt sagen. Ich bitte Dich also, versuche Deine Lebenssituation und Deine Krankengeschichte nicht hier nieder zu schreiben, sondern sachlich zur Diskussion beizutragen. Ansonsten muss ich Teile Deiner Kommentare löschen.

    So. Ich weiß ehrlich nicht, wie man das jetzt noch höflicher formulieren kann. Ich hab mich zumindest bemüht und Deine Würde hoffentlich nicht verletzt.

  44. Merke Dir: „Unverständnis hindert die Wahrheit nicht daran wahr zu sein.“

    Es ist und bleibt mir ein ewiges Rätsel, wie eine Sache, die die elementare Situation eines Menschen betrifft, sachlich verhandelt werden kann.

    Ein Symptom hat immer eine vielfältige Ursache und eine ganz einfache. Die einfache lautet es liegt an unserem Glauben. Wenn Dein Glaube dahin geht , das Sache und Person von einander zu trennen sind also die Gehirnfunktionen vom gesamten Erleben und Lebensgefühl eines Menschen, dann scheinst Du noch nie Zahnschmerzen gehabt zu haben. Aber leb weiter in der Illusion der Gefühllosigkeit.
    Du musst immer tun was Du für richtig hältst, da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren. Nur mach Dir klar, dass Du mit Deinen verleugneten Gefühlen unsere Atmosphäre ziemlich vergiftest.

  45. Es reicht langsam! Entweder Du hast hier etwas zu einer sachlichen Diskussion beizutragen, oder Du erzählst woanders von Zahnschmerzen und Glaube etc.

    Ich hab’s im Guten versucht, Dir klar zu machen, dass Du mit Deinen Ausführungen das Thema verfehlst („Ursachen von ADHS“). Und was passiert? Sofort kommt schon wieder ein emotional gefärbter Angriff, der mir Gefühlslosigkeit unterstellt, statt ein konstruktiver Beitrag zum Thema.

    Ich bin eigentlich gegen Zensur, deshalb hielt dieses Gemehre hier auch bis jetzt an. Aber es kann auch nicht sein, dass mein Blog von jedermann genutzt wird, um sich die eigene Lebensgeschichte von der Seele zu schreiben, weil’s gerade gut tut. Mach sowas bitte auf Deinem Blog!

    Wenn jetzt wieder ein Kommentar kommt, der nichts zum Thema beiträgt, wird er gelöscht. Bitte überlege also, bevor Du wieder in die Tasten haust!

  46. „Es ist und bleibt mir ein ewiges Rätsel, wie eine Sache, die die elementare Situation eines Menschen betrifft, sachlich verhandelt werden kann.“

    @rotegraefin: NUR sachlich ist es möglich Ursachen zu erforschen! Alles andere ist individuell emotionales Empfinden – in diesem Falle Deins. Du kannst nicht erwarten, daß Menschen sich darauf einlassen. @tigger hatte hier schon eine Menge Geduld, und er hat genügend Gelegenheiten gegeben auf die sachliche Basis zurückzukehren.

  47. @rotegräfin
    Ich will weder verletzend noch sonst irgendetwas sein, ich bin direkt. Wenn Du das nicht verträgst solltest Du mir aus dem Weg gehen. Ich habe Dich übrigens nicht belehrt im obigen Kommentar sondern Dir Tipps gegeben. Mach damit was Du willst. Es ist Dein Leben.

    Ob Dich diese hanebüschen Methoden nun weitergebracht haben oder nicht (Placebo ect.) ist es so, dass es keinen Wirksamkeitsbeleg gibt, sie im Ernstfall Gefährlich werden können, im weniger ernsten den Patienten nur das Geld aus der Tasche ziehen. Da lasse ich mir von keinem den Mund verbieten.

  48. @sunny, zu Bert Hellinger:

    Es wurde ein Fall eines Suzids einer Frau dokumentiert, die eine Show von Hellinger besucht hatte. Im Rahmen eines Großseminars in Leipzig holte er eine jungen Ärztin und vierfache Mutter auf die Bühne. Er wusste (außer von einer schlecht vertragenen Trennung von ihrem Mann) nichts von ihrer Familiengeschichte. Hellinger attackierte die Frau auf massivste Weise. Auf den Stellvertreter ihres Mannes zeigend verkündete er: ‚Dort sitzt die Liebe‘ und auf sie zeigend: ‚Und hier sitzt das kalte Herz‘; danach ins Publikum gewandt: ‚Die Kinder sind bei der Frau nicht sicher, die gehören zum Mann.‘ (Fiocke 1998). Obwohl Hellingers Unterstellungen völlig aus der Luft gegriffen waren, trafen sie die Betroffene emotional sehr stark. Sie verließ wortlos die Veranstaltung, schrieb ein paar Abschiedsworte auf einen Notizblock und nahm sich das Leben. Selbst wenn die Frau bereits vorher suizidal gefährdet gewesen sein sollte, wie Hellinger behauptet, entlastete ihn dies nicht. Ganz im Gegenteil: Es zeigt, wie völlig unverantwortbar es ist, in einer 10-minütigen Therapie-Show alle Ich-Grenzen des Rat- und Hilfesuchenden mit brutaler emotionaler Gewalt niederzureißen und ihn von oben herab mit selbstgestrickten höheren Wahrheiten zu konfrontieren.

    http://esowatch.com/index.php?title=Familienaufstellung_nach_Hellinger

    Hellingers Methode ist hanebüschen, gefährlich und nicht belegt.

  49. Tut mir leid Tigger, aber diesen eine würde ich gerne noch, wenn Dir das hier nicht passt lösch es aus der Diskussion:

    DAS trifft Opfer von Missbrauch tief Sunny, und glaub mir, ich weiß wovon ich spreche:

    Alice Vachss verwendet im Bereich des Kindesmissbrauchs für Personen, die Kindesmissbrauch leugnen und relativieren den Begriff des Kollaborateurs. Fündig wird man diesbezüglich auch auf dem Psycho- und Esoterikmarkt. Dort treten -teils selbsternannte- Psychoanalytiker und Familientherapeuten wie „Bert“ Hellinger auf, der zahlreiche Schüler gefunden hat. Hellinger betrachtet Missbrauch, (nebenbei bemerkt: auch Ereignisse wie Terror und Völkermord, nicht zuletzt in der Zeit von 1933 bis 1945) als schicksalhafte und unausweichliche Folge „gewaltiger Kräfte“, bei der nicht nur die Täter keine Verantwortlichkeit oder gar Schuld trifft, sondern bei denen gar nicht von Tätern gesprochen werden könne. Der Missbrauch ist für Hellinger eine Tat ohne Täter, da die sexuelle Ausbeutung immer auch im Einverständnis mit dem Kind geschehe und/oder eine Tat, bei der die Mutter dem Mann die Tochter anbiete und überlasse.

    http://www.vachss.de/mission/berichterstattung/hellinger.html
    DAS ist Hellinger und die Sätze über Missbrauch stammen so aus seiner Feder 😦

  50. Ich mache mir jetzt nicht die Arbeit, das nachzuprüfen. Wenn’s stimmt, dann ist das echt grauenvoll.
    Bei jemandem, der derart umstritten ist, brauch ich nicht lange überlegen, da ist eine gewisse Skepsis angebracht. Ich würde es mir genau überlegen, ob ich seine Bücher kaufe, oder lieber gleich zu einem anderen Buch greifen.

  51. @elphaba: Nur um Missverständnisse zu vermeiden. Ich argumentiere Dir nicht entgegen! Ich stellte nur fest, daß die Hellinger-Philosophie auch von eigentlich ernstzunehmenden Leuten aufgenommen wird. Sonst würde sie ja nicht im Studium an deutschen Universitäten unkritisch diskutiert werden?!

  52. Ich zitiere mal Hellinger nach einer Aufstellung mit Stellvertretern :
    „Im Zusammenhang mit dieser Frage will ich noch etwas sagen über Dialektik oder Phänomenologie. Das sind philosophische Begriffe. In unserer Kultur denken wir dialektisch, und dialektisch heißt, wir bleiben im Kopf. Phänomenologisch heißt, ich bleibe bei der Anschauung. Bei der Dialektik gehen die Erkenntnisschritte von der These, zum Beispiel als ich sagte, Raphael muss einen anderen Namen bekommen, zur Antithese, die sagt: Dass ist doch gefährlich, der hat doch eine andere Identität. MIt der Antithese wird die These zunichte gemacht. Und zwar nur mit der Möglichkeit im Denken, ohne die Anschauung der Wirklichkeit. Wer gestern das Bild gesehen hat, wie der Junge neben seinem dem toten Bruder saß und der Tote den Arm um ihn legte, der weiß ganz genau, dass der Junge einen anderen einen eigenen Namen haben muss, damit er sich aus der Identifizierung lösen kann. Das ist nämlich eindeutig die Identität, die er jetzt hat er ist identifiziert mit einem Toten. Jetzt muss er seine eigene Identität erst gewinnen, unter anderem durch einen eigenen Namen. Das ist jetzt Anschauung der Wirklichkeit. Was die Fragestellerin gebracht hat, ist ein Einwand. Ich kann auf alles, so gut es auch ist einen Einwand erheben und mache damit das Wahrgenommene zu nichte. Das ist sehr gefährlich. Diese Art der Dialektik gibt dem Einzelnen die Vorstellung von Freiheit und Macht ohne eigenes Risiko. Der Einwand dient immer dazu, etwas zu nichte zu machen,er baut aber nicht auf.“

    Hallo tigger,

    ich staune über Deine Antworten. Wie kommst Du auf die Idee, dass ich hier meine Lebenserfahrung zur Diskussion stelle oder stellen will?
    Ich stelle sie zur Verfügung, so wie meine Sichtweise. Jeder ist frei, davon soviel zu nehmen wie er will.
    Ich werde nur stinkend sauer, wenn dann wieder so übereifrige wie Du und ephaba meinen mir noch irgendwelche Hilfe angedeihen zu lassen oder mich vor etwas zu warnen, was mir einmal geholfen hat und zum Zweiten längst hinter mir liegt.

    Anmerkung: Zwei Kommentare zusammengefügt.

  53. @rotegräfin: Du kannst Deine Lebensweise von mir aus der ganzen Welt zur Verfügung stellen, aber bitte nicht hier auf meinem Blog, solange es um ein ganz anderes Thema geht! Ich weiß nicht, wie ich mich da noch klarer ausdrücken soll.
    Und niemand möchte Dir hier Hilfe aufdrängen, die Du ablehnst. Das ist hier aber auch nicht passiert. Nochmal: Hier geht es um eine sachliche Diskussion. Das heißt, poste bitte nur, wenn Du etwas zum Thema sagen möchtest!

    Nun also zu Deinem Zitat von Hellinger: Ich kann damit ehrlich nichts anfangen. Dieses Zitat geht in keiner Weise auf die vorangegangene Diskussion ein. Es sagt lediglich, dass es angeblich gefährlich ist, Einwände zu erheben. Dieser Aussage will ich schon mal entschieden widersprechen. Aber dennoch: Es hat mit der aktuellen Diskussion nichts zu tun.

    Dinge, über die hier jetzt noch gepostet werden kann, sind z. B.:
    – noch was zu den Ursachen von ADHS
    – etwas zu den Vorwürfen über Hellingers Aussagen
    – was für und was gegen Hellinger spricht

  54. Eine Ursache ist eine total ausgebrannte, überforderte und verängstigte Mutter, die überall Gefahren sieht und nicht die Liebe ihres Kindes annehmen kann, weil sie Nähe ablehnen muss, denn dann würden Tränen laufen. Ein Teufelskreis der Ablehnung. Aber da wiederhole ich mich.
    http://diabetes-psychologie.de/burnout.htm

    Eine Ursache liegt auch in dem verheerenden Glauben seit Adam und Eva, dass Liebe und Sexualität von einander zu trennen sind und der Mensch ein sündiges Wesen. Erst wer mit diesem Irrglauben aufräumt und den Menschen wieder in seine natürlichen und damit selbstbestimmten Rechte einsetzt, kann Schadensbegrenzung einleiten.
    Leider sehe ich hier bei Dir keine Chance. Du glaubst daran, dass Du einen Gendefekt hast und Du deswegen Deine natürliche Reaktion auf die Deformierung des Menschen mit Medikamenten bekämpfen musst.
    Das Leben ist immer gefährlich, es endet meist mit dem Tod. Das ist eine Tatsache, die die einen beruhigt und die anderen in Rage bringt. Nur an dieser Tatsache kommt keiner vorbei. Da hat jeder seine Entscheidung zu treffen, ob er den Nächsten in der kleinen Spanne zwischen Geburt und Tod lieben will wie sich selbst oder hassen wie sich selbst. Ich habe dazwischen selber wenig Spielraum und habe mich deswegen für die erste Variante entschieden.
    Ach so die Quelle von meinem obigen Zitat ist in dem Buch zu finden
    Jirina Prekop/Bert Hellinger und ihr Buch: “Wenn ihr wüsstet, wie ich euch liebe” und zwar dem Kapitel „Du musst hyperaktiv bleiben!“ S.227

  55. Du hast Recht, ich glaube an den Gendefekt (oder besser an mehrere, die infrage kommen). Und was ich mit Medikamenten behandle, ist genau dieser. Die Deformierung des Menschen sehe ich nicht, deshalb mach ich mir da auch keine Gedanken drüber. Somit scheidet das als Ursache für mich schon mal aus. Deine Theorien über die Entstehung von ADHS sind weder überprüfbar, noch plausibel. Es gibt zu viele Nachweise, die gegen sie sprechen. Aber lassen wir das, wir wiederholen uns nur.

    Ach ja: An Adam und Eva glaube ich auch nicht. Und mir ist es Wurst, ob Liebe im Spiel war, als sie Sex hatten, oder nicht. Ich glaube an die Evolution! Auch dafür gibt es genügend Beweise, die aber viele Menschen mal wieder nicht sehen wollen, weil’s nicht ins eigene Weltbild passt. Trotzdem sind sie da und deshalb einfach nicht von der Hand zu weisen. Aber auch diese Diskussion sollten wir lassen. Unsere Weltanschauungen sind einfach zu verschieden, rotegräfin, wir können uns nicht einigen. Und das müssen wir auch nicht.

  56. Du hast recht Tigger, diese Diskussionen sind zeitraubend, anstrengen und müssig. Das Weltbild der Gräfin werden wir und will ich auch nicht ändern, es wurmt mich nur immer, wenn solch ein Unsinn unkommentiert bleibt. Elphaba, sich nun auf die Finger setzend!

  57. Eins kann sie die Gräfin, nämlich ihr seltsames Weltbild in epischer Breite und unter Zuhilfenahme einer eigenartiger Sicht auf die Natur des Menschen dermassen auszuwalzen, daß man zu Wichtigerem kaum noch kommt. Hast recht, Elphaba, man kann nicht jeden Unsinn unkommentiert stehenlassen. Und da Gräfins Rhetorik zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Nebelgranaten besteht, ist die Beschäftigung damit auch noch unnötig anstrengend. Deshalb steht sie auf meiner „ignore-list“, ich lese ihre Beiträge schlichtweg nicht 🙂

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