AD(H)S und Studium

Ich habe mich gerade erinnert, dass ich zu meinen Erfahrungen im Studium was schreiben wollte, speziell unter dem Gesichtspunkt Studieren mit ADS. Ich werde mir da noch mal was überlegen und eine  kleine „Stoffsammlung“ durchführen. Deshalb kann ich im Moment nur mit ein paar spontanen Einfällen zum Thema dienen:

Also die größten Probleme eines ADHSlers beim Studium sind vor allem das Lernen (ist ja eigentlich klar) und das Zeitmanagement. Im Studium ist man ja weitestgehend auf sich allein gestellt. Während es zu Schulzeiten einen festen Stundenplan gab und die Lehrer einem mehr oder weniger sagten, was wichtig ist, muss man sein Studium und eben auch das Lernen im selbigen größtenteils selbst organisieren. Da ist die Gefahr, dass man sich verplant, recht groß. Das geht ja vielen „Normneuros“ schon so. Ich habe deshalb immer versucht, mir einen Plan anzufertigen und kontinuierlich was zu machen. Den Plan aufzustellen, war weniger mein Problem, sondern mich daran auch zu halten! Zeitweise habe ich – ohne dass es mir bewusst war – ausgeblendet, dass es eigentlich einen Lernplan gibt. Und oft habe ich auch einfach länger zum Lernen gebraucht, als ich laut Plan Zeit hatte. Ein Allheilmittel dagegen habe ich leider nicht. Aber wer Schwierigkeiten damit hat, kann sicherlich von einem Coach profitieren. Manchmal kann auch ein Freund oder Verwandter diese Tätigkeit übernehmen. Ich habe jedoch keine Erfahrung mit einem Coach.

Was das Lernen selbst betrifft, da kann man sich natürlich als ADHSler auch verzetteln. Mir ging es oft so, dass ich vor meinem Buch saß und nicht so richtig voran gekommen bin, dann wieder nur ein paar Seiten geschafft habe und mich am Abend über mein dürftiges Vorankommen geärgert habe. Wichtig ist natürlich, dass man sich konzentrieren kann. Das heißt, man sollte medikamentös richtig eingestellt sein. Ohne Konzentration kann man Lernen vergessen. Ansonsten hilft es mir, mehrere Sinne zu nutzen. Also nicht nur einen Text lesen, sondern sich wichtige Dinge ansagen. Dadurch kann man das Gelernte besser verinnerlichen. Ich kann mir viele Dinge ganz gut bildlich vorstellen. Und Bilder merken sich manchmal besser als Fakten im Text. Deshalb kann es auch helfen, sich Zusammenhänge bildlich darzustellen (Diagramme, Schaubilder, Skizzen etc. ).

Sehr hilfreich sind auch Textmarker (die von Stabilo Boss finde ich am besten, meine persönliche Meinung). Man kann z. B. Wörter voll markieren oder nur mit dem Marker unterstreichen. So lässt sich der Text gut strukturieren und man findet die wichtigen Dinge schnell wieder, wenn man sich den Text nochmals durchliest.

Man sollte sich einen Platz fürs Lernen vorbereiten, der einem wenig Möglichkeit gibt, sich ablenken zu lassen.  Manchmal habe ich aber auch vor laufendem Fernseher gelernt (Ton aus), was gewissermaßen eine „Hintergrundstimulation“ darstellt, die die Konzentration steigern kann. Das funktioniert aber auch nicht immer. Wenn möglich, sollte man Zeit zum Wiederholen einplanen, denn beim Wiederholen festigt sich das Wissen noch einmal.

Das sind erst mal die Dinge, die mir so spontan einfallen. Eventuell schreibe ich noch einen ausführlicheren Artikel zu meinen Erfahrungen im Studium.

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