Warum steht ADHS so in der Kritik?

Diese Frage habe ich in einem ADHS-Forum gestellt. Und ich erhielt teils verblüffende Antworten. Relativ schnell kamen die Antworten, die ich auch zunächst parat gehabt hätte:

  • Die Berichterstattung in den Medien liefert nicht immer ein angemessenes Bild.
  • Die Vorstellung, Kindern Psychopharmaka zu geben, erschreckt viele Menschen, was zur kritischen Einstellung beiträgt.
  • Wenn sie dann noch hören, dass es sich um amphetamin-ähnliche Medikamente handelt (wo die Assoziation zu Drogen nicht mehr weit ist), dann schlagen die Laien fast alle gleich die Hände über dem Kopf zusammen. (Trotzdem möchte ich anmerken, dass eine ordentliche Recherche im Rahmen einer Berichterstattung eigentlich den Unterschied zwischen angemessen dosierter Therapie und unkontrolliertem Drogenkonsum vermitteln können sollte)
  • ADHS ist ein komplexes Krankheitsbild, das nur durch eine ausführliche Untersuchung diagnostiziert werden kann, was nicht immer leicht ist.
  • Die Symptome kennt fast jeder von sich selbst, zumindest in geringer Ausprägung. (Trotzdem spielt das Ausmaß und das damit verbundene Leiden eigentlich eine Rolle)

Eines hat mich jedoch überrascht. Ich musste feststellen, dass selbst unter ADHSlern größere Uneinigkeit herrschte, als ich es vermutet habe. Und inzwischen bin ich davon überzeugt, dass auch diese Uneinigkeit erheblich zur Kritik an der Existenz und an der medikamentösen Therapie von ADHS beiträgt. Die ADHSler sind sich noch nicht einmal einig darüber, ob ADHS nun eine Krankheit ist oder nicht. Man muss dazu erwähnen, dass man sich nicht immer „krank“ fühlen muss, um krank zu sein. Und Ausdrücke wie „geisteskrank“ oder „verrückt“ sind sowieso fehl am Platz. Aber wie sollen wir denn erwarten, dass Nichtbetroffene einigermaßen richtig bescheid wissen über dieses Syndrom, wenn wir selbst die verschiedensten Versionen erzählen? Wir brauchen uns eigentlich nicht wundern.

Leicht enttäuschte Grüße

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16 Gedanken zu “Warum steht ADHS so in der Kritik?

  1. Ich gehe mit Deiner „leichten Enttäuschung“ nicht konform! Warum soll ADHS eine Krankheit sein? Sie kann es sein, nämlich dann wenn der Leidensdruck so hoch ist, daß der Mensch sich auch krank fühlt. Aber wenn ich mich nicht krank fühle und in der Lage bin, ADHS-Sequenzen positiv zu nutzen, warum soll ich mich als „krank“ bezeichnen, geschweige denn so fühlen? Ist ein Handicap immer gleich eine Krankheit? – so könnte man auch fragen.

    Und daß viele Leute leichte Symptome bei sich erkennen, zeugt von Normalität schlechthin.

  2. Hallo sunny,

    nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich Dir nur kurz antworte. Denn ich habe so eine Diskussion schon vor nicht allzu langer Zeit hinter mir.
    Ich sehe es einfach logisch/pragmatisch: Alles, worunter man leiden kann, ist nicht „normal“ und somit letztendlich krank. Das bedeutet für mich keineswegs, dass man sich krank fühlen muss.

    „Krank“ klingt nach etwas Schrecklichem oder Bedrohlichem. Aber letztendlich sagt es ja zunächst nur, dass etwas oder jemand „nicht gesund“ ist. Und als „gesund“ würde ich ADHS nicht bezeichnen. Mehr evl. morgen.

    Gute Nacht!

  3. Hallo sunny,

    ich möchte noch mal versuchen zu erklären, wie ich zu dieser Ansicht komme. Das Wichtigste habe ich eigentlich schon geschrieben.

    Einige ADHS-Gegner sagen, ADHS sei keine Krankheit, noch nicht einmal eine eigenständige Störung. Als was man es auch bezeichnet, offensichtlich existiert da etwas, das den Betroffenen stark beeinträchtigen kann, und unter dem er leidet. Dieses Etwas hat man unter dem Begriff ADHS zusammengefasst, damit man eine Bezeichnung hat, von der man reden kann. Die Frage, die sich dann stellt, ist: Ist dieses Etwas nun normal oder nicht? Und für mich ist ADHS nicht „normal“. Dieses Wort ist natürlich wieder recht ungeeignet. Trotzdem: Wenn jemand unter seinen Persönlichkeitseigenschaften leidet, dann ist das nichts Normales, finde ich.

    Manche wollen dieses Syndrom korrekt bezeichnen und nennen es dann psychische Störung oder ADHS-Spektrum. Generell finde ich, dass es in unserer Gesellschaft mit dieser „political correctness“ übertrieben wird (genau wie wenn man z. B. heute nicht mehr „Sekte“ sagen soll, trotzdem bleibt eine Sekte eine Sekte). Für mich ist nichts Abwertendes dabei, wenn man offensichtliche Fehlleistungen des Gehirns als eine Krankheit bezeichnet, so wie man das mit Fehlleistungen anderer Organe auch tut. Ich finde es weniger wichtig, WIE man dieses Syndrom benennt, als dass man es als etwas anerkennt, dass offensichtlich existiert und behandelbar ist.

    Ansonsten spricht für den Krankheitsbegriff auch noch, dass es vom Arzt diagnostiziert und medikamentös therapiert wird. Denn was behandelt man mit Medikamenten, wenn es keine Krankheit ist? Bloße Charakterzüge sicher nicht, die verursachen auch kein Leiden.

    Aber in dieser Sache sind die ADHSler sich uneins, und ich scheine einer der Wenigen zu sein, dessen Ehre nicht gekränkt ist, wenn man mein ADHS als Krankheit bezeichnet. Woran das liegt, weiß ich nicht genau. Ich nehme aber an, dass Angst eine große Rolle spielt. Angst, nicht ernst genommen zu werden, als „geistesgestört“ oder „verrückt“ zu gelten oder erneut ausgegrenzt zu werden. Wahrscheinlich spricht das Wort Krankheit in Bezug auf ADHS bei vielen die Angst an vor dem, was sie schon ihr Leben lang zu spüren bekommen haben, nämlich Ausgrenzung.

    LG tigger

  4. Hallo tigger,

    vielen Dank für Deine ausführlichen Gedanken! Ja! Ich denke auch daß es mit Ängsten zusammenhängt. Allerdings sind diese Ängeste berechtigt in unserem sozialen System, welches sortiert und aussucht.

    Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand mit diagnostiziertem AD(H)S selbst als krank bezeichnet. Es beruht wahrscheinlich darauf, daß er sich selbst auch so empfindet.

    Ich habe nur etwas dagegen, daß Leute mit diagnostiziertem AD(H)S alle Menschen mit entsprechenden Symptomen als „krank“ bezeichnen. Ganz krass geschieht das im Thema „Tourette“, welches zum Störungs-Spektrum gehört. Jeder weiß, daß „Tourette“ (TS) eine Entwicklungsstörung ist, die sich meistens symptomatisch verliert (Pubertät), selten persistiert. Aus der „Seltenheit“ heraus möchte man am liebsten alle Betroffenen als „krank“ bezeichnen, was ja absolut nicht der Realität entspricht, selbst wenn eine Diagnose vorliegt, denn die müsste ja laufend aktualisiert werden.

    Ich fasse das gedanklich mal zusammen: Es gibt die Angst als „krank“ erklärt zu werden, obwohl das Empfinden nicht vorliegt! Es gibt die Angst darüber Schwierigkeiten im sozialen Leben zu bekommen, es gibt die Angst darüber Job-Schwierigkeiten zu bekommen etc. – Das sind berechtigte Ängste, denn die Welt da draußen funktioniert nun mal so. Und welcher Arbeitgeber kann sich die Vokabel „krank“ schon leisten? Nur von öffentlich-rechtlichtlichen Diensten oder Beamtentum kann kein Staat existieren.

    Und so gut durchdacht Deine Argumentation ist, so wichtig wäre es auch mal zu bedenken, wie Realität sich lebt. Ich kenne inzwischen viele Leute, die ihre Diagnose verteufeln, obwohl sie ihnen psychisch geholfen hat. Aber sie haben seitdem oft ganz viele Probleme – und die sind entstanden durch Fehlpolitik und Fehleinschätzung sämtlicher Sozialwissenschaften. Was zählt, ist der Mensch und diesem sollten wir eine freie Entscheidungsmöglichkeit zugestehen, egal wie krank oder nicht krank er sich fühlt. Kollektive Belehrung ist Gift!

    LG sunny

  5. Ich verstehe, was Du meinst. Und ich stimme Dir zu, dass diese Ängste berechtigt sind. Ich werde daher meinem Arbeitgeber auch nicht verraten, dass ich ADHS habe. Auch das ist ein Grund, warum ich im Netz anonym agiere. Und belehren will ich natürlich auch nicht.

    Ich sehe die Ängste und Bedenken, die potentiellen Gefahren usw. und sehe es dennoch recht nüchtern. Vielleicht ist das auch ein Vorteil, ich weiß es nicht.

    Eins ist mir aber auch klar, nämlich dass dieser Krieg im Gange ist (oh mann, das hört sich schon echt paranoid an 🙂 ). Ich meine den Kampf darum, was ADHS ist, und – was wohl der Hintergrund des Ganzen ist – wer ADHS behandeln darf. Diesen Kampf bekommen die ADHSler aufgedrückt, ohne es zu wollen. Es ist eine riesige Errungenschaft, dass nach und nach ADHS bei Erwachsenen als Erkrankung/Störung überhaupt wahrgenommen wird. Natürlich ist das für alle Betroffenen ein großer Fortschritt im Vergleich zu noch vor einigen Jahren.

    Ich denke, auch in diesem Kampf könnte uns ADHS als anerkannte Erkrankung weiterhelfen. Andererseits sind es ja meistens nicht die Mediziner, die ADHS als eigenständige Störung infrage stellen. Und so gesehen haben wir vielleicht auch gar nicht so viel zu befürchten, denn den Medizinern obliegt die Erlaubnis, Medikamente zu verschreiben. Da kann der Psychoanalytiker auf und nieder springen. 🙂 Und da hilft nur eins: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung.

  6. Tigger, deine Zusammenfassung ist sehr gut, ich stimme dir da völlig zu.

    Ganz wichtig ist der Punkt, dass die meisten Menschen das eine oder andere Symptom selbst auch ab und zu haben – aber eben in abgeschwächter Form, nicht über einen längeren Zeitraum und so „erträglich“, dass keine Diagnostik angestrebt wird.

    Das sind dann meistens auch keine ADHS’ler, denn sie erfüllen die Kriterien nicht. Sie können sich auch gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt.

    Demnach sind sie auch nicht krank, sondern haben nur eine Befindlichkeitsstörung.

    Wer sich einer Diagnostik unterzieht, hat einen entsprechend hohen Leidensdruck. Und fühlt sich demnach durchaus krank. ADHS-typisch ist leider auf der Verlauf in Wellen, so dass selbst diagnostizierte ADS’ler immer wieder Phasen haben, in denen sie sich gesund fühlen.

    Auch wollen wir nicht verschweigen, dass es verschieden starke Ausprägungen gibt. Wir haben zum Beispiel in unserer Familie die Variante „mittelschwer, aber weder Medikamente noch VT nötig, da kognitive Kompensation gut funktioniert“ bis hin zur attestierten seelischen Behinderung aufgrund ADHS mit Komorbiditäten. Dazwischen gibt es dann eben die verschiedenen Phasen, Stress in der Schule verstärkt die Probleme, Ferienzeiten entspannen, bei mir selbst kann ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit auch genau sagen, wann mein Hirn Karussell fährt und wann ich alles prima auf die Reihe bekomme.

    So kommt es, dass eines meiner Kinder sein ADHS als „Eigenschaft“ empfindet, ähnlich der Haarfarbe – ist eben so. Andere Familienmitglieder aber sind definitiv mehr oder weniger krank, egal, was nun die offizielle Formulierung ist.

    Dass „wir“ ADS’ler uns oft nicht einig sind, ist meines Erachtens syndromtypisch. ADS’ler sind extreme Menschen, haben oft seltsame Interessen und Gedankengänge, so dass es bei aller Ähnlichkeit oft schwer fällt, etwas gemeinsam auf die Füße zu stellen – wie zum Beispiel eine Schule zu gründen 😉 (http://www.privates-gymnasium.de/). Außerdem gibt es große Unterschiede in der persönlichen Entwicklung, der eine schafft es trotz ADHS, sich gut zu organisieren, der andere bekommt dauerhaft nichts auf die Reihe – mangels Coaching, mangels Notwendigkeit usw.

  7. Dass “wir” ADS’ler uns oft nicht einig sind, ist meines Erachtens syndromtypisch.

    Damit hast Du wohl recht.

    ADHS-typisch ist leider auf der Verlauf in Wellen, so dass selbst diagnostizierte ADS’ler immer wieder Phasen haben, in denen sie sich gesund fühlen.

    Ja, das stimmt. Das kann ich für mich, wie auch für Personen aus meiner Familie, bestätigen. Es ist manchmal ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und vor allem unter Negativ-Stress (auch schon geringem) treten schnell Symptome auf, während sie in Ruhephasen fast unsichtbar sein können.

    Inzwischen sehe ich das mit der Uneinigkeit nicht mehr so dramatisch. Solange sich die Mediziner weitestgehend einig sind – und das sind sie, denke ich – soll sich jeder so bezeichnen, wie er möchte.

  8. „Dass “wir” ADS’ler uns oft nicht einig sind, ist meines Erachtens syndromtypisch.“

    Sorry, aber das sehe ich völlig anders! 😆

  9. @ Achter

    Wahrscheinlich hat jede(r) hier andere Erfahrungen gemacht.

    Ich kenne das sehr gut, dass man als ADS’ler andere ADS’ler kennenlernt, sofort einen Draht zueinander hat und sich geschwisterlich fühlt. Auch das ist übrigens syndromtypisch, hopp oder topp, man liebt sich, oder man mag sich absolut und überhaupt gar nicht.

    Aber ich habe auch in jahrelanger Zusammenarbeit mit seeeehr unterschiedlichen ADS’lern erlebt, was passiert, wenn verschiedene Meinungen aufeinanderprallen, verschiedene Wissensstände vom echten Fachwissen bis hin zu „habe mal gelesen“ zusammenkommen, aber gleichzeitig jeder syndromtypisch Feuer und Flamme für seine Idee ist.

    Das wird dann richtig heftig, lauter extreme Menschen, die alle recht haben (wollen) *g*. Die fehlende Bereitschaft zum Perspektivwechsel ist nämlich auch syndromtypisch 😉

  10. Dass Achter es völlig anders sieht, passt ja zur Uneinigkeit und bestätigt, dass sie syndromtypisch ist. Ich glaube, Achter sieht das in Wirklichkeit genauso wie wir. 😉

    >>Das wird dann richtig heftig, lauter extreme Menschen, die alle recht haben (wollen) *g*. Die fehlende Bereitschaft zum Perspektivwechsel ist nämlich auch syndromtypisch.<<

    Damit hast Du auch Recht. Der fehlende Perspektivwechsel ist m. E. auch einer der wichtigsten Faktoren bei Streits unter ADHSlern. Im Privatleben passiert es mir oft, dass mein Gegenüber noch nicht einmal meine Perspektive annehmen kann, wenn ich ihn/sie dazu auffordere. Und selber kann ich manchmal auch erst nach einer Diskussion die Sicht des Anderen verstehen. Bin ich aber selber nicht mit involviert, bin ich meistens sehr objektiv und habe keine Probleme, ein Thema aus Sicht beider „Kontrahenten“ zu sehen.

  11. Mir ist noch ein weiterer möglicher Grund eingefallen:
    Der Gedanke, Verhaltenseigenschaften mit Medikamenten zu verändern, hat etwas Befremdliches. Ich könnte mir vorstellen, dass einigen Menschen unwohl dabei ist. Und irgendwo ist dieser Gedanke gleichzeitig an die Erkenntnis geknüpft, dass auch unser Geist und unsere Persönlichkeit eine biologische Grundlage im Gehirn haben. Ohne diese Materie, die sich zu unserem Gehirn geformt hat, kein Geist und keine Persönlichkeit! So ist’s nun mal.

    Insofern dürften es eher Naturwissenschaftler sein, die ADHS als eine Erkrankung/Störung (mit zugehöriger Behandlung) anerkennen, während wohl eher geisteswissenschaftlich orientierte Menschen sich schwerer an den Gedanken einer Medikation gewöhnen können. Die Psychoanalyse gleicht dabei auch eher einer Geisteswissenschaft, wenn man sie überhaupt als eine Wissenschaft bezeichnen kann. 😉

    Nun, Verhaltenseigenschaften sind bis zu einem gewissen Grad medikamentös beeinflussbar. Allerdings sind diese Medikamente gedacht, um Leiden zu lindern, sonst nichts. Und es wäre schlimm, wenn es sie nicht gäbe. Dann könnte ein Depressiver bspw. durch Suizid versterben. Stattdessen kann er heute meist wieder frohen Lebensmut fassen. Der Charakter eines Menschen verändert sich nämlich nicht, das kann ich aus eigener Erfahrung und einige Menschen, die ich kennen gelernt habe, ebenso bestätigen.

  12. Ich erlebe ADS-Großfamilie aus nächster Perspektive und somit den Umgang von Jung, Alt und Mittelalt. Dazu kommt noch meine eigene Jugend, die ich da ganz emotionslos reflektieren kann.

    Es kann keine „Solidarität“ unter ADS’lern geben, dazu gehen sie sich untereinander zu sehr auf die Nerven, auch wenn dieses Phänomen vielleicht erst dazu geführt hat, daß sie z.B. Familie zusammen gegründet haben.

    Die Symptomatik ist immer unterschiedlich, was biologisch/humangenetisch inzwischen erkannt wurde. Gemeinsamkeiten reduzieren sich recht schnell auf ein geringes Maß, während Unterschiedlichkeiten recht schnell überhand nehmen. Das birgt für alle Seiten z.T. unerträgliche Situationen.

    Ich kenne ADS’ler im Alter, die gegen alles und jedes Medikamente „einschmeißen“ – nur gegen ADS nicht, weil das haben sie nicht, sie akzeptieren es für sich nicht!

    Ich kenne junge ADS’ler die alles versuchen, medikamentöse Hilfe zu bekommen, die ihnen aber verweigert wird, weil das „Mittelalter“ es ihnen nicht erlaubt.

    Ich kenne mittelalte ADS’ler, die lieber mit Schamanen kooperieren, als sich mit pharma/medizinischen Möglichkeiten auseinander zu setzen und für sich selbst sowieso alles ablehnen, vorallem aber ihre eigene Geschichte.

    Was bleibt ist ein überaus anstrengendes Miteinander, unter welchem hier und dort einige zusammenbrechen, egal ob nun mit oder ohne ADS.

    Nach der Ursache wird nicht wirklich „gefahndet“ – DAS ist politisch unerwünscht! Diese Motivation liegt klar auf der Hand: zu teuer!

  13. ADHSler scheinen schon sehr zum Verdrängen von unangenehmen Tatsachen zu neigen. Das betrifft oft ADHS selbst, aber manchmal auch alles Andere, das in irgendeiner Weise unangenehm ist (nach meiner Erfahrung).

  14. „ADHSler scheinen schon sehr zum Verdrängen von unangenehmen Tatsachen zu neigen …“

    Aber wehe, ein ehemals „schwer erziehbares“ Kind, wie ich mir öfter mal hab‘ vorwerfen lassen müssen, verdrängt nicht und rührt in der Suppe, sodaß sich keine Haut bildet, dann ist „Stress pur“ angesagt, selbst über familiäre Grenzen hinaus!

    Ich bin heute oftmals recht froh, daß ich weder „innen“ noch „außen“ meinen Mund gehalten habe, es war nicht immer wirklich angenehm, hat mich aber was Erkenntnis betrifft sehr vorangebracht!

  15. So ähnlich ist’s bei mir auch. In meiner Familie bin ich so ziemlich der einzige „Forschergeist“, der auch mal das Kind beim Namen nennt. Ich halte nichts vom Kopf-in-den-Sand-Stecken. Aber manchmal hilft auch der netteste Tonfall nichts – ein Tanz auf Eiern. 😉

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